Botschaft des Präsidenten zum Jahreswechsel

Sehr geehrte, liebe Mitglieder, Freunde und Partner der Clausewitz-Gesellschaft,

Wenn man am Ende eines Jahres Bilanz zieht, dann sollten vor allem die positiven Erlebnisse und Erfahrungen nicht vergessen werden. Dreißig Jahre „Fall der Mauer“, das ist – trotz vieler noch ungelöster Probleme – ein „Geschenk der Geschichte“ auf dem Weg zur Deutschen Einheit, das am 9. November zu Recht gewürdigt wurde. „Wir leben seit bald 75 Jahren in Frieden, aber dieser Friede ist eben nicht selbstverständlich“, das sagte der Präsident des Deutschen Bundestages, Dr. Wolfgang Schäuble, in seiner Rede beim Feierlichen Gelöbnis vor dem Reichstag am 12. November. An Ihrem 64. Geburtstag präsentierte sich die Bundeswehr auch in anderen Städten unseres Landes in der Öffentlichkeit eindrucksvoll als ein Garant für die äußere Sicherheit. Wie nachhaltig Frieden, Sicherheit und Stabilität weltweit bedroht sind, das zeigen die zahlreichen Krisen und gewaltsamen Konflikte in unserer nahen und ferneren Nachbarschaft. Europa steht zunehmend unter Druck zwischen einem nicht nur wirtschaftlich erstarkten, sondern auch militärisch selbstbewusster auftretenden China, einem nationalistisch, revisionistisch und deutlich anti-westlich agierenden Russland und einer US-Administration, die Multilateralismus in Frage stellt und mit Hinwendung zu einer Politik der Stärke die bisher vertraute westliche Werteordnung aufzugeben scheint. In solch einer schwierigen internationalen Lage wünscht man sich eine politisch kraftvoll und selbstbewusst agierende Europäische Union. Das mehrjährige BREXIT-Chaos, wieder erwachter Nationalismus und andere unübersehbare Erosionserscheinungen wirken jedoch lähmend. Bleibt zu hoffen, dass die Europäische Union mit dem neuen Führungsteam die vielfach eingeforderte Übernahme erweiterter Verantwortung für ihre eigene Sicherheit nunmehr mit frischem Schwung konkret und effektiv umsetzt. Zum Glück existiert die NATO weiterhin als tragende Säule unserer Sicherheit und ist – ungeachtet bisweilen überzogener Kritik – handlungsfähig. Sie wird jedoch auch künftig nur ihre Fähigkeiten bewahren können, wenn die Mitgliedstaaten tatsächlich in der Praxis bereit und willens sind, ihren Anteil an den gemeinsamen Lasten hinreichend und verlässlich zu übernehmen.  Als Clausewitz-Gesellschaft wollen wir weiterhin alles in unseren Möglichkeiten stehende unternehmen, um den wichtigen Diskurs über Sicherheitspolitik und Strategie zur Stärkung von Resilienz und gesamtstaatlicher Sicherheitsvorsorge zu unterstützten.

Am Ende eines erneut bewegten und herausfordernden Jahres möchte ich an dieser Stelle – auch im Namen aller Mitglieder unserer Gesellschaft – ein herzliches Dankeschön an unsere Kooperationspartner und Freunde aussprechen für die im Jahr 2019 erfahrene vertrauensvolle Zusammenarbeit und für das wahrnehmbare Interesse an unseren Aktivitäten. Mein besonderer Dank gilt zudem den Leitern der Regionalkreise, dem Präsidenten der Sektion Schweiz und den Mitgliedern des Vorstands sowie des Beirats unserer Vereinigung für Ihr unermüdliches Engagement. Ihnen allen, sehr geehrte, liebe Mitgliedern unserer Vereinigung danke ich für Ihre Treue zu unserer Gesellschaft, für Ihre Teilnahme an unseren Veranstaltungen und für die aktive Unterstützung sowie den selbstlosen Einsatz vieler von Ihnen.

Meinen Dank möchte ich verbinden mit allen guten Wünschen für ein frohes, gesegnetes Weihnachtsfest und einen verheißungsvollen Start in das Jahr 2020. Möge das neue Jahr Ihnen, Ihren Angehörigen und Mitarbeitern/-innen Frieden, reichlich Erfolg, viel Glück und stabile Gesundheit bescheren. Ich freue mich auf künftige persönliche Begegnungen und Gespräche mit Ihnen und verbleibe

Mit herzlichen Grüßen

Ihr

Kurt Herrmann, Generalleutnant a.D.

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