Vortrag des Generalinspekteurs der Bundeswehr General Eberhard Zorn am 04. Juli 2019 beim RK SÜDWEST im Institut Français in Mainz

Am 04. Juli 2019 trug der Generalinspekteur der Bundeswehr General Eberhard Zorn im Institut Français in Mainz über das Thema „Aktuelle Perspektiven und Herausforderungen der Bundeswehr“ vor.

Die Veranstaltung wurde in Kooperation der Clausewitz- Gesellschaft, dem Forum Mainz der Deutsche Atlantische Gesellschaft und dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge durchgeführt

Der Generalinspekteur präsentierte eine breite Palette von Herausforderungen der Bundeswehr heute und in Zukunft. Er stellte im Kontext von NATO und EU die geänderte Ausrichtung Deutschlands und der NATO auf die Landes- und Bündnisverteidigung dar. Der Auslöser hierfür sind die von Russland ausgehende Entwicklungen an der NATO-Ostgrenze. Dabei wird aber nicht einseitig nach Osten geblickt, vielmehr erfolgt dies in einem umfassenden Rahmen (360 Grad Ansatz).

Dann schilderte er die geplante Weiterentwicklung der NATO Response Force und die angestrebten Zeitansätze für die Verfügbarkeit für deutsche Kampftruppen, Flugzeuge und Schiffe bis 2022 und deren angestrebte Vollausstattung. Er verwies darauf, dass eine voll einsatzfähige deutsche Very High Readiness Joint Task Force (VJTF) noch immer Material und Soldatinnen und Soldaten aus 21 Dienststellen in 18 Standorten zusammenziehen müsse, um die Verpflichtung, 2019 eine Brigade für diese Truppe mit einer Verlegebereitschaft in der Standby-Phase von sieben Tagen zu stellen, erfüllen zu können. Er erläuterte die Kräfteaufstellung und multinationale Gliederung der NATO in Polen und in den Baltischen Staaten.

Deutschland, das 2019/2020 Mitglied des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen sei, wolle sein Peacekeeping-Profil stärken.

Dann stellte General Zorn den Stand des Zusammenwachsens multinational gegliederter deutscher, französischer und niederländischer Truppenteile in der EU Battle Group, in der Deutsch-Französischen Brigade sowie in deutschen und niederländischen Großverbänden als Schrittmacher auf dem Weg zu einer Armee der Europäer vor und präsentierte einen Überblick, wie im Einzelnen das Framework Nations Concept verwirklicht werden soll.

Er rundete diesen Teil seines Vortrags mit einem Blick auf den Stand der Entwicklungen zu einer europäischen militärischen Fähigkeitslandschaft, z.B. in den verabredeten Permanent Structured Cooperation (PESCO)-Projekten.

Zorn ging dann auf die Bedrohung durch russische Luftkampfpotentiale bis zu einer Reichweite von 1.500 Kilometer ein.

Schließlich nannte er Zahlen über deutsche Soldatinnen und Soldaten, die auf Einsätze ausgerichtet seien: 3.085 seien in Einsätzen gebunden, 14.638 in sonstigen Verpflichtungen, also insgesamt ständig 17.768 Soldaten.

In eigner Sache teilte der Generalinspekteur die Anhebung seines Amtes auf die Ebene der Staatsekretäre am 18. Februar 2019 mit, ein endlich erreichtes Ziel, das in der Vergangenheit häufig diskutiert und nie verwirklicht worden sei. Die Stellung des Generalinspekteurs im Ministerium sowie als truppendienstlicher Vorgesetzter der Bundeswehrangehörigen stärke dieser Schritt erheblich, auch als militärischer Berater der Ministerin und der Bundesregierung.

Nach einer breitgefächerten Diskussion der Gäste mit dem Generalinspekteur klang der Vortragsabend bei einem geselligen Miteinander aus.

Generalmajor a.d. Millotat dankte wurde Zorn für seinen Vortrag und überreichte ihm ein Weinpräsent und das neue Clausewitz-Jahrbuch 2018.

Foto Millotat/Zorn

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