RK NORD: Leutnant zur See Jonas Nawrath berichtet über seine Teilnahme an der 59. Konferenz zur Außenpolitik der US- Marineakademie.

Im Rahmen eines Vortragsabends des RK Nord am 18.Juni 2019 berichtete Leutnant zur See Jonas Nawrath über seine Teilnahme an der der 59. Konferenz zur Außenpolitik der US- Marineakademie in Annapolis/USA. Vom 9. bis 11. April 2019 hatte er an dieser Konferenz teilgenommen. Nawrath absolviert zurzeit ein Master-Studium der Internationalen Beziehungen an der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg.

Neben Militärangehörigen der US- Streitkräfte nehmen an diesen jährlichen Konferenzen Soldaten verbündeter Nationen teil, aber ebenso zivile Studierende aus zwölf Nationen.

Die Konferenz stand in diesem Jahr unter dem Thema: „Im Zerfall begriffen. Das Schicksal der regelbasierten Ordnung“ Die insgesamt mehr als 150 Teilnehmer diskutierten in „Round Tables“ zu unterschiedlichen Aspekten des Themas. Abgerundet wurde die Konferenz durch Podiumsdiskussionen, an denen hochrangige Vertreter der Medien, der Wissenschaften sowie aus dem Außenministerium und der Admiralität teilnahmen. Kompetenz aus möglichst vielfältigen Erfahrungsbereichen soll einen fundierten Überblick über die Thematik geben, so das Ziel der Konferenz.

Säbelrasseln ja, Krieg nein!

Leutnant Nawrath selbst trug mit einem Aufsatz zur Großmachtrivalität im Südchinesischen Meer zwischen den USA und China zu einem Round Table bei. Seine These: Das Säbelrasseln zwischen den Hauptakteuren USA und China wird sich zukünftig intensivieren, gleichwohl aber ist ein Krieg unwahrscheinlich.

Als Argument führte an, dass auf Aktionen eines Akteurs symbolpolitisch stärkere Reaktionen des Gegners folgten. Die Gewalt eskaliere so langsam, aber zunehmend.

Trotzdem gebe es triftige Gründe, die gegen ein mögliches Gipfeln der Gewalt in einen Krieg sprechen, so Nawrath. Nuklearwaffen hätten aufstrebende Mächte bislang immer davon abgehalten, einen nuklear-bewaffneten Hegemon herauszufordern. Die USA verfügten zudem über ein dichtes Netz von Verbündeten, China hingegen könne nur auf Pakistan und Nordkorea setzen.

Und noch ein Argument spreche gegen einen Krieg: Die ökonomische Abhängigkeit zwischen China und den USA sei zu groß, als dass ein Akteur von einem Krieg profitieren könnte.

Im Anschluss an den Vortrag, der viel Beifall fand, diskutierten die Teilnehmer lebhaft über das Thema. Unter den Gästen: Generalleutnant a.D. Yoo-Je-Seung, ehemaliger Vize-Verteidigungsminister von Südkorea.

Nach Lt. zS Nawrath trug der Sinologe und Südostasien-Experte Dr. Oliver Corff vor zum Thema: „Japans neue Militärstrategie“. Japan sehe sich zunehmend – nicht zuletzt durch die nukleare Aufrüstung Nordkoraes – bedroht. Die bisherige pazifistische Grundhaltung lasse sich nicht länger aufrecht erhalten. Japan reagiere mit einer neuen Militärstrategie, um den Herausforderungen begegnen zu können.

Kurt Herrmann, Präsident der Clausewitz-Gesellschaft e.V., Dr. Oliver Corff, Sinologe, Leutnant zur See Jonas Nawrath, Generalleutnant a.D. Yoo-Je-Seung, Hans-Herbert Schulz, Geschäftsführer der CG e.V. und Ullrich Tiedt, Leiter Regionalkreis Nord.

Kurt Herrmann, Präsident der Clausewitz-Gesellschaft e.V., Generalleutnant a.D. Yoo-Je-Seung, Hans-Herbert Schulz, Geschäftsführer der CG e.V., Oberst i.G. Inseock (Süd-koreanischer VO OSH Dresden)

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