Jan 27 2018

Kampf der Kulturen und Wirtschaftssysteme? – RK Südwest am 23.01.2018

Der Regionalkreis Südwest der Clausewitz-Gesellschaft hatte am 23. Januar 2018 zur 100. Vortragsveranstaltung „Kampf der Kulturen und Wirtschaftssysteme?“ in das Bildungszentrum der Bundeswehr nach Mannheim geladen.

100. Vortragsveranstaltung

Zu der Veranstaltung beglückwünschte der Präsident der Clausewitz-Gesellschaft, Generalleutnant a.D. Kurt Herrmann, in seinem verlesenen Grußwort den Leiter des Regionalkreises und seine Mitarbeiter zur 100. Veranstaltung. „Mein besonderer Dank gilt zunächst dem Gründer und langjährigen Leiter des Regionalkreises Südwest, Herrn Generalmajor a.D. Christian Millotat. Dank seines vorbildlichen Engagements war es überhaupt erst möglich, die stattliche Zahl von 100 Veranstaltungen in Mannheim und Mainz durchzuführen. Ein herzliches Dankeschön möchte ich natürlich auch seinem Team und dabei vor allem dem langjährig bewährten Manager des Regionalkreises, Herrn Oberstleutnant a.D. Joachim Baltes, sagen.“

Kampf der Kulturen und Wirtschaftssysteme?

Der Referent, Dr. Gerhard Pfreundschuh, stellte zunächst die gegensätzlichen Sichtweisen auf das 21. Jahrhundert dar: „Erleben wir das friedliche Eine-Welt-Dorf oder den Kampf der Kulturen, den Samuel Huntington vorhergesagt hat? Pfreundschuh ließ die Antwort offen und konzentrierte sich auf die Frage, welche unterschiedlichen Wirtschaftssysteme und Wirtschaftsstrategien die Weltwirtschaft heute bestimmen. Dazu stellte er die drei heute vorherrschenden Wirtschaftssysteme gegenüber: die neoliberale und die soziale Marktwirtschaft und die staatlich gesteuerte Volkswirtschaft Chinas.

Chinas Strategeme

Pfreundschuh hob hervor, dass China mit seiner „Supraplanung“ klar definierte strategische Wirtschaftsziele verfolge: den Besitz aller noch in westlicher Hand befindlichen Schlüsseltechnologien bis 2025 und den Aufbau einer weltweit führenden Technologie und Industrie bis 2049.
Die Umsetzung dieser Ziele erfolge durch die operative Steuerung der staatlichen, aber auch der privaten Unternehmen durch die Kommunistische Partei Chinas. Diesen Zielen diene die Übernahme technologischer Spitzenunternehmen wie Kuka, Osram usw. Die taktische Ebene bediene sich der uralten chinesischen „List des Krieges“, der sog. Strategeme, die der Sinologe Harro von Senger herausgearbeitet hat: „Erstrebenswert ist es, durch politische Supraplanung den Krieg unsichtbar zu machen.“ Oder: „Vom Gast zum Herr des Hauses zu werden.“ Auf allen Ebenen seien wirtschaftliches und militärisches Denken eng miteinander verknüpft. Eine besondere Rolle in den strategischen Überlegungen der chinesischen Führung spiele Afrika als „zentrale Operationszone“.

Weiterentwicklung der sozialen Marktwirtschaft

Der Referent befürwortete eine Weiterentwicklung der sozialen Marktwirtschaft als aussichtsreiche Gegenstrategie zum Modell einer sozialen Volkswirtschaft. Dies bedeute u.a. den Abschied vom Glauben an die „unsichtbare Hand“ (Adam Smith) und eine neue, aktive Rolle des Staates im Sinne des Ordoliberalismus sowie staatlich-private Kooperationen bei Forschung und Entwicklung. Konkret forderte er den Aufbau einer Cyberabwehr auch für die mittelständische Wirtschaft und die Ausbildung von Flüchtlingen zu Fachkräften für die Realwirtschaft ihrer Heimatländer.

Die rund 50 Zuhörer erlebten einen lebhaften, spannenden und sehr kreativen Vortrag mit Lösungsvorschlägen zu höchst aktuellen Problemen. Danach waren die Gäste zu einem Empfang anlässlich des 100. Vortrages geladen.

Dr. Gerhard Pfreundschuh bei seinem Vortrag

Der Leiter des Regionalkreises, GM a.D. Christian Millotat, beim Anschneiden der „Jubiläums-Torte“

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