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Berliner Colloquium 2018

21. März - 23. März

Thema: Sicherheitspolitische Optionen der koreanischen Halbinsel im Kräftefeld regionaler Machtinteressen – Welche Konsequenzen sind für die globale Sicherheitsordnung zu erwarten?

Einladung und Programm des Berlinder Colloquiums 2018 (Link zum Download)

Die Raketen- und Nuklearwaffentests Nordkoreas und der sich zuspitzende Krieg der Worte zwischen dem US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un haben in den letzten Monaten nicht nur eine rasch wachsende Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf die koreanische Halbinsel gelenkt, sondern auch die Furcht vor einem gefährlichen Konflikt genährt, der ein hohes Risiko der Eskalation zu einer nuklearen Katastrophe in sich birgt.

Lange Zeit schienen die direkten Nachbarn Nordkoreas, die Volksrepublik China und die Russische Föderation, ihre Hand in offener oder verdeckter Form schützend über das zunehmend aggressiver auftretende Nordkorea zu halten. Nach dem vermutlichen Test einer nordkoreanischen Wasserstoffbombe und Starts von Langstreckenraketen scheint zumindest auch die Geduld Chinas erschöpft zu sein. Die angekündigte Umsetzung verschärfter Sanktionen, die vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen beschlossen wurden, weist darauf hin.

Zahlreiche Vermutungen und Annahmen bestehen hinsichtlich der Rolle Russlands in dem Konflikt. Sie reichen von Mutmaßungen über die Umgehung von VNSanktionen bis hin zur Lieferung von Raketentechnik an Nordkorea. Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist anzunehmen, dass die beeindruckende Zunahme der Geschwindigkeit in der nordkoreanischen Rüstungsentwicklung nicht ohne massive Hilfe von außen erzielt werden konnte. Hinsichtlich des nordkoreanischen Nuklearwaffenprogramms werden neben vermutlichen Hilfestellungen seitens Russlands (vorher der Sowjetunion) und Chinas insbesondere auch Ägypten und Pakistan genannt, nicht notwendigerweise mit staatlichem Wissen.

Der nordkoreanische Machthaber scheint es nach Meinung von Experten inzwischen geschafft zu haben, dass er mit seinem nuklearen Waffenpotential und den verfügbaren Raketen über ein hinreichendes Drohpotential gegenüber seinen Nachbarn verfügt und auch von den USA als bedrohlicher Gegner eingestuft wird. Die Reichweiten der jüngsten Raketentests schließen auch große Teile des NATO Bündnisgebiets in Europa ein. Kim beansprucht neuerdings auch offiziell den Status einer Atommacht und betrachtet das als Garant für die fortbestehende Existenz seines Machtsystems. Und, Kim Jong-un scheint weiterhin entschlossen, sämtliche Ressourcen seines Landes für einen Zweck einzusetzen: das Überleben
seines extrem repressiven politischen Systems militärisch zu sichern.

Die gewachsene Bedrohung aus dem Norden hat in Südkorea sehr zwiespältige Reaktionen ausgelöst. Während Teile der Bevölkerung und der politischen Klasse einen Umschwung von eher betonter Dialogbereitschaft zur massiven Stärkung der eigenen Verteidigungsfähigkeiten und Verteidigungsbereitschaft zu vollziehen scheinen, widersetzt sich ein anderer Teil allen Versuchen und Maßnahmen zur Stärkung des militärischen Potentials im Lande. Ihr Widerstand richtet sich u.a. gegen die Fortführung und den weiteren Ausbau einer Stationierung des US-amerikanischen THAAD-Raketenabwehrsystems.

Die erhöhte Bedrohung durch Nordkorea wird auch in Japan mit zunehmender Sorge und wachsender Bereitschaft zur radikalen Änderung der Selbstverteidigungspolitik der Nachkriegsjahre hin zu einer deutlich erweiterten, auch aktiven Verteidigungsfähigkeit betrachtet. Selbst eine nukleare Option – bisher ein absolutes Tabu für dieses Land – wurde dabei ins Spiel gebracht.

In den USA zeigt sich hingegen ein ambivalentes Bild: Während Außenminister Rex Tillerson und Verteidigungsminister James Mattis weiterhin vornehmlich auf diplomatische Lösungen setzen, hat Präsident Trump – nicht zuletzt auch in seiner Rede vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen –, aber auch mehrfach seine UN Botschafterin im VN Sicherheitsrat, eher aggressive Töne angeschlagen und
Nordkorea mit totaler Vernichtung gedroht, solle es nicht sein Nuklearprogramm aufgeben.

Überlagert wird der Nordkoreakonflikt durch das auch global bedeutsame Ringen zwischen China, Russland und den USA um die Machtverteilung im asiatischpazifischen Raum. Dies wiederum hat nicht nur indirekte Auswirkungen auf Europa und Deutschland, zumal die Wirtschafts- und Handelsbeziehungen der Europäischen Union und Deutschland mit den Ländern in dieser Region bereits heute einen erheblichen Stellenwert besitzen und nach wie vor dynamisch wachsen. Vor diesem Hintergrund sollen im Berliner Colloquium 2018 nicht nur die aktuelle sicherheitspolitische Lage und die daraus folgenden Perspektiven für die koreanische Halbinsel analysiert werden. Vielmehr besteht zugleich die Absicht, Konsequenzen für die globale Sicherheitsordnung abzuleiten und zu bewerten.

Wir werden dabei – wie in den Vorjahren – in einem Wechsel von Vorträgen und Paneldiskussionen mit namhaften Experten die Thematik behandeln und ausreichend Zeit für Diskussionen mit dem Auditorium vorsehen. Wir freuen uns darauf, Sie beim Berliner Colloquium 2018, der gemeinsamen Veranstaltung der Clausewitz-Gesellschaft e.V. und der Bundesakademie für Sicherheitspolitik, begrüßen und anregende Gespräche mit Ihnen führen zu können.

Details

Beginn:
21. März
Ende:
23. März
Veranstaltungkategorie:
Veranstaltung-Tags:

Veranstalter

Clausewitz-Gesellschaft
E-Mail:
geschaeftsstelle@clausewitz-gesellschaft.de

Veranstaltungsort

VCH-Hotel Christophorus
Schönwalder Allee 26
Berlin-Spandau,Berlin13587 Deutschland
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