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Feb 22 2016

Chronik 2014 der Clausewitz-Gesellschaft e.V.

1. Überblick

Die Clausewitz-Gesellschaft konnte – seit der Vorstandswahl im Herbst 2013 unter der Präsidentschaft von Generalleutnant a.D. Kurt Herrmann – ihre Arbeit auf dem Gebiet der Sicherheits- und Verteidigungspolitik im Sinne der Satzungsziele (§2 der Satzung) erfolgreich fortsetzen und durch neue Aktivitäten erweitern, u.a. durch die Kooperationsvertiefung mit anderen Gesellschaften, insbesondere der Deutschen Atlantischen Gesellschaft.

Für die Aktivitäten der Gesellschaft hatte der Präsident als Zielvorstellung für 2014 die Verbreiterung und Vertiefung des sicherheitspolitischen Diskurses mit allen Kreisen der Gesellschaft vorgegeben: „An diesem Ziel orientieren sich sowohl die zentralen Vorhaben als auch die Veranstaltungen in unseren Regionalkreisen. Wir wollen auch künftig Offiziere, Akademiker, Diplomaten und gleichgesinnte Persönlichkeiten anderer gesellschaftlicher Bereiche zusammenzuführen, um die komplexe sicherheitspolitische Landschaft dieser Jahre zu analysieren, zu erörtern, zu beurteilen und so zur Entscheidungsfindung in der politischen Diskussion und somit – im Rahmen unserer Möglichkeiten – ebenfalls zur künftigen Ausrichtung und Gestaltung der Streitkräfte beizutragen. Dabei können die Denkmethode und die Einsichten des Generals Carl von Clausewitz für die Analyse, Bewertung und Beratung sinnvoll einbezogen werden.“ Der Präsident bat die Mitglieder, sich in diesem Sinne in dem Diskurs zu engagieren.

In einem in vielerlei Hinsicht dramatischen Jahr 2014 – unter anderem Russland-Ukraine-Krise, Bürgerkrieg in Syrien und Krisen im Irak sowie zahlreichen Ländern Afrikas und den dadurch ausgelösten Flüchtlinsströmen aus den betroffenen Ländern – lag der Schwerpunkt der Arbeit insbesondere auf den folgenden Themen:

  • Internationaler Terrorismus;
  • Proliferation von Massenvernichtungswaffen;
  • Risiken und Konflikte durch Verknappung von Wasser, Energieträgern bzw. Rohstoffen, Auswirkungen des globalen Klimawandels und weiter rasant wachsender Weltbevölkerung;
  • Risiken und Gefährdungen aus dem Cyber-Raum;
  • Historische Jahrestage, besonders: „100 Jahre I. Weltkrieg“ und „70 Jahre 20. Juli 1944“.

Mit dem Thema Gefährdungen im „Cyber-Raum“ eröffnete die Gesellschaft die zentralen Veranstaltungen: Das Berliner Colloquium 2014 im März hatte ,,Sicherheitspolitik im Cyber-Zeitalter: Reicht passive Abwehr aus?“ zum Thema. Die 48. Sicherheitspolitische Informationstagung im August befasste sich mit dem Thema ,,Unsere Gesellschaft und die Bundeswehr: Welcher Auftrag und welche Fähigkeiten tragen für die Zukunft?“. Die Gesellschaft war im Mai in Berlin erstmals mit einem Stand auf der Internationalen Luftfahrt Ausstellung (ILA) vertreten. Ein gemeinsam mit der Deutschen Atlantischen Gesellschaft und der Vertretung des Landes Sachsen-Anhalt beim Bund in Berlin durchgeführtes Clausewitz-Strategiegespräch am 11. Juni 2014 über Henning von Tresckow sowie ein gemeinsam mit der Bundesakademie für Sicherheitspolitik im Dezember durchgeführtes politisch-historisches Expertengespräch über das Thema ,,1914 – 2014. Lehren aus der Geschichte“ rundeten die zentralen Veranstaltungen der Gesellschaft 2014 ab.

Mit Veranstaltungen in den Regionalkreisen und der Sektion Schweiz konnten wir auch 2014 wieder eine beachtliche Anzahl von Mitgliedern und Gästen erreichen und somit die gewünschte Breitenwirkung entfalten. Der Präsident, Generalleutnant a.D. Kurt Herrmann, dankte aus diesem Grund den Leitern und aktiven Mitwirkenden der Regionalkreise sowie des Bremer Clausewitz-Tisches und dem Präsidenten der Sektion Schweiz für ihr erfolgreiches Wirken. Sein Dank galt auch Professor Dr. Lennart Souchon und Oberstleutnant i.G. Sascha Zwick für deren Engagement im Internationalen Clausewitz Zentrum (ICZ) bzw. im Clausewitz Netzwerk für Strategische Studien e.V. (CNSS).

 

Zur Lage und Entwicklung der Gesellschaft: Die Organisationsstruktur der Gesellschaft blieb unverändert, die Mitgliederzahl mit rund 1000 stabil. Zwei Satzungsänderungen – Erweiterter Vorstand und Mitgliedsbeitrag – wurden verabschiedet. Der Sprecher des Beirates sowie der Leiter des Regionalkreises Nord wechselten. Dem vorherigen Präsidenten unserer Gesellschaft, Generalleutnant a.D. Dr. Klaus Olshausen, wurde der „General Carl von Clausewitz Preis der Stadt Burg“ verliehen. Schließlich beschäftigte die Frage der Ehrenmitgliedschaft – ausgelöst durch einen Beitrag des Magazins „Der Spiegel“ – Vorstand und Mitglieder auf der 51. Mitgliederversammlung.

Am 19. Mai 2014 starb im Alter von 93 Jahren Generalleutnant a.D. Lothar Domröse. Er war von 1983 bis 1991 Präsident der Clausewitz-Gesellschaft. Die Arbeit des Verstorbenen ist am Schluss der Chronik 2014 ausführlich gewürdigt.

2. Zentrale Veranstaltungen

Berliner Colloquium: Sicherheitspolitik im Cyber-Zeitalter: Reicht passive Abwehr aus?

Der Cyber-Raum durchdringt schon heute alle Lebensbereiche und hat die Anforderungen und Bedingungen moderner Sicherheitspolitik radikal verändert. Die tiefgreifende Abhängigkeit von Staat, Gesellschaft und Wirtschaft von der Kommunikations- und Informationstechnik hat Verwundbarkeitspotentiale strategischen Ausmaßes geschaffen. Den damit verbundenen Risiken und Bedrohungen zu begegnen, erfordert ganzheitliche sicherheitspolitische Ansätze. Es stellt sich die Frage: Welche grundsätzlichen Paradigmenwechsel sind in der Sicherheitspolitik und in der Militärstrategie durch die neue „Domäne Cyber“ notwendig? Auf diese Frage suchte das Berliner Colloquium 2014 vom 18. bis 20. April, zu dem die Präsidenten der beiden Organisationen, Generalleutnant a. D. Kurt Hermann und Botschafter Dr. Hans-Dieter Heumann, fast 300 Teilnehmer begrüßen konnten, Antworten und Anregungen.

In seiner Einführung in die Thematik stellte der Präsident der Clausewitz-Gesellschaft fest, Cyber stehe als umfassender Begriff für alle Systeme und Komponenten zur Vernetzung und Steuerung von Kommunikation und Informationssystemen. Moderne Führungsprozesse seien ohne vernetzte Kommunikation und vernetzte Informationsdienste kaum noch denkbar. Dadurch habe die Verwundbarkeit im Cyber-Raum enorm zugenommen; das gelte auch für Streitkräfte. Ein grundsätzlicher Paradigmenwechsel in Sicherheitspolitik und Militärstrategie scheine deshalb notwendig. Angesichts der Tatsache, dass nahezu 100 Nationen schon heute Cyber-Angriffsfähigkeiten besäßen, seien dabei „ganzheitliche sicherheitspolitische Ansätze“ erforderlich. Cyber müsse in alle Prozesse und Maßnahmen zur Gewährleistung innerer und äußerer Sicherheit integriert werden.

Prof. Dr. Marco Gercke vom Cybercrime Research Institute, Köln, plädierte in seinem anschließenden Vortrag dafür, dass ein Land wie Deutschland sich neben seinen defensiven Kapazitäten im Bereich der Cyber-Sicherheit auch verstärkt offensive Fähigkeiten schaffen müsse. Er sei zwar der festen Überzeugung, dass die Verteidigungsstrategie grundsätzlich richtig sei, dass „wir aber genauso offensive Kapazitäten entwickeln müssen, …um uns effektiv zu verteidigen“.

Dieser Auffassung stimmte General a.D. Klaus Naumann als Moderator zu: „Die beste Verteidigung hilft nichts, wenn man sich nur auf passiven Schutz konzentriert und nicht auch die Möglichkeit hat, auf die Verursacher des Konflikts einzuwirken.“

In einem weiteren Vortrag beleuchtete William (Bill) Schneider, Senior Fellow of the U.S. Defence Science Board, Washington D.C., einige Aspekte und Anstrengungen in den USA, deren Ziel es ist, den bestehenden erheblichen Bedrohungen der nationalen Cyber-Sicherheit zu begegnen. Der Vortragende plädierte für einen „umfassenden, ganzheitlichen Ansatz“ im Rahmen der westlichen Bündnissysteme. Darin sehe er auch die Chance, die NATO auf dem Gebiet der Cyber-Sicherheit zu stärken.

Über „Nachrichtengewinnung und Aufklärung im Cyber-Zeitalter“ sprach Oberst i.G. Dietmar Bierkant vom Bundesnachrichtendienst. Ein Cyberkrieg sei auf absehbare Zeit zwar unwahrscheinlich, die Gesellschaft müsse sich aber auf zunehmende Herausforderungen durch Cyberangriffe einstellen, die enorme wirtschaftliche und politische Auswirkungen haben könnten. Ein umfassender Schutz sei deshalb unabdingbar.

Mit dem Spannungsfeld zwischen Schutz und Gegenmaßnahmen im Cyberraum beschäftigten sich nachfolgend drei international hochrangig besetzte Panels, moderiert von Brigadegeneral a.D. Armin Staigis, Vizepräsident der Bundesakademie für Sicherheitspolitik, dem Präsidenten der Clausewitz-Gesellschaft, Kurt Herrmann sowie dem Journalisten Werner Sonne. Voraussetzung für alle Maßnahmen, die die Sicherheit erhöhten, sei ein klares Lagebild. Für den Erfolg und die Effizienz aller Maßnahmen sei internationale Zusammenarbeit die Grundvoraussetzung. Auf die Bundeswehr eingehend wurde festgestellt, dass angesichts der Abhängigkeit moderner Waffensysteme von umfassender Vernetzung passive Abwehr allein nicht ausreiche. Die Bundeswehr müsse auch befähigt sein, in gegnerische Netze wirken zu können – ebenso, wie dies für andere Streitkräfte gelte.

In der anschließenden Diskussion war auch die Vorratsdatenspeicherung ein Thema. Diese brauche man als ein Instrument der Gewährung der Sicherheit für die Bevölkerung. Dabei ginge es nicht darum, dass der Staat selbst Daten speichere, sondern dass er bestimmte Unternehmen auffordere, sicherheitsrelevante Daten, die sie für ihren Geschäftsbetrieb benötigten, für eine bestimmte Zeit vorzuhalten. Die Balance zwischen Freiheit, Schutz der Persönlichkeitsrechte und Sicherheit müsse dabei gewahrt bleiben.

Am Ende der Tagung sprach der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Volker Wieker, zur aktuellen Lage der Bundeswehr und ging dabei auch auf die Problematik des Cyberraumes ein. Die Bundeswehr habe die Herausforderungen erkannt und stelle sich darauf ein: „Wir stehen hier erst am Anfang, aber wir lernen schnell“.

48. Sicherheitspolitische Informationstagung: Gesellschaft und Bundeswehr – Auftrag und Fähigkeiten für die Zukunft

In Deutschland zeichnet sich seit der Münchener Sicherheitskonferenz 2014 ein Umdenken um die Gestaltung der Außen- und Sicherheitspolitik ab. Dabei stellt sich auch die Frage nach der Rolle der Bundeswehr als Mittel deutscher Außen- und Sicherheitspolitik neu. Die 48. Sicherheitspolitische Informationstagung suchte unter dem Generalthema „Unsere Gesellschaft und die Bundeswehr: Welcher Auftrag und welche Fähigkeiten tragen für die Zukunft?“ Antworten auf die zukünftigen Herausforderungen. Zu der Tagung der Clausewitz-Gesellschaft e.V. und der Führungsakademie der Bundeswehr

am 22. und 23. August 2014 in Hamburg begrüßte Generalleutnant a.D. Kurt Herrmann, Präsident der Clausewitz-Gesellschaft, etwa 250 Mitglieder und Gäste aus dem In- und Ausland.

Den außen- und sicherheitspolitischen Rahmen setzte Dr. Thomas Bagger, Leiter des Planungsstabes des Auswärtigen Amtes, Berlin, mit dem Vortragsthema „Ziele, Schwerpunkte und Perspektiven deutscher Außen- und Sicherheitspolitik im europäischen und transatlantischen Kontext“. Das internationale politische Umfeld habe sich „rasant verändert“ und stelle Deutschland vor die Notwendigkeit, Antworten auf die jüngsten Entwicklungen zu finden. Die Politik werde zunehmend mit der Fragilität staatlicher Ordnungen konfrontiert, die sich in ganz unterschiedlichen Ausprägungen zu einem „Hauptphänomen der Politik“ entwickelten. Globalisierung und technische Entwicklungen, besonders bei der Informationstechnik, beschleunigten diesen Prozess und erhöhten den Druck auf politische Systeme und Gesellschaftsordnungen weltweit. Deutsche Außenpolitik sei vor diesem Hintergrund „grundsätzlich sehr erfolgreich“ gewesen, so Dr. Bagger weiter, und auch ihre grundlegenden Parameter hätten sich bewährt: europäische Integration und transatlantisches Bündnis. Dennoch müsse man in der sich so dramatisch verändernden Welt über eventuell notwendige Reformen nachdenken, die bloße Fortschreibung der Außenpolitik reiche nicht mehr aus.

Vier Punkte hob Dr. Bagger hervor, die bei der Gestaltung von Außenpolitik grundsätzlich beachtet werden sollten. Erstens: Politik müsse sich darauf konzentrieren, Probleme zu lösen: „Verantwortung ist immer konkret“. Zweitens: Politik müsse die Fähigkeit haben, „sich selbst in Frage zu stellen und [sich] zu erneuern“. Drittens: Politik müsse „Widerspruch aushalten können“. Viertens: Es sei weitgehender Konsens, „dass es eine gute deutsche Außenpolitik nur in und mit Europa geben kann“. Deutschland begreife, dass es sich den neuen Herausforderungen der Welt stellen müsse und sich nicht abschotten könne. Das bedeute aber zugleich, „dass wir dann auch schweren Entscheidungen nicht ausweichen können“ – ein Verstecken sei nicht länger möglich.

Die Erwartungen von NATO und EU an Deutschland seien nahezu identisch – und derzeit hoch, stellte Generalleutnant Markus Bentler, Deutscher Militärischer Vertreter bei NATO und EU, in seinem Vortrag „Erwartungen seitens NATO und EU an künftige Fähigkeiten der Bundeswehr“ fest. „Rund 80 Millionen Einwohner, die stärkste Volkswirtschaft der EU, die zweitgrößte der NATO-Mitgliedstaaten, ausgestattet mit einer leistungsstarken und ‚hightech‘-orientierten Rüstungsindustrie – das lässt die kleineren Mitgliedstaaten von NATO und EU auf uns blicken.“ Hinzu komme, dass die USA, die derzeit über 70 Prozent der Fähigkeiten aller NATO-Staaten stellten, nicht länger bereit seien, die Defizite der Europäer auszugleichen. Die Ausführungen von Bundespräsident Gauck, Außenminister Steinmeier und Verteidigungsministerin von der Leyen während der Münchener Sicherheitskonferenz 2014 hätten die Erwartungshaltung der Partner weiter erhöht: „Den Worten müssen nun Taten folgen.“

Ein erstes, international besetztes Panel mit Teilnehmern aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden, das von Generalleutnant a.D. Dr. Klaus Olshausen moderiert wurde, befasste sich mit dem Thema „Erkenntnisse und Erfahrungen aus bisherigen und laufenden Kriseneinsätzen im Spiegel von Methoden und Erkenntnissen des Carl von Clausewitz“. Die ausländischen Panelteilnehmer stimmten in der Diskussion weitgehend darin überein, dass Deutschland mehr Verantwortung in der Welt übernehmen könne und sollte. Der Beobachter von außen sehe „in Teilen der (deutschen) Gesellschaft sehr egoistische Positionen“ zum Einsatz von Streitkräften. Deutschland als „bedeutende Macht“ aber müsse den sicherheitspolitischen Herausforderungen aktiv begegnen: „Deutschland muss sich stellen.“ Die deutsche Seite begründete die Zurückhaltung des Landes mit der geografischen Lage in der Mitte Europas und seiner jüngeren Geschichte. „Einsatzwilligkeit“ allein dürfe deshalb kein Maßstab für Deutschlands außenpolitisches Handeln sein (Auswärtiges Amt).

Im anschließenden Vortrag“ Notwendige Erneuerung der euro-atlantischen Sicherheitspartnerschaft mit dem Dreieck NATO – EU – USA“ zeigte sich Professor Dr. Johannes Varwick von der Universität Halle-Wittenberg davon überzeugt, dass die Europäer ihre Möglichkeiten des Handelns in Krisensituationen verbessern müssten. Erstens werde EU-Europa künftig mehr Verantwortung für seine Sicherheit übernehmen müssen als jemals zuvor. Zweitens wären die Europäer gut beraten, nach Kräften daran zu arbeiten, dass die USA auch eine „europäische Macht“ blieben, und drittens sei eine Debatte über die künftige transatlantische Arbeitsteilung – über die bereits existierenden offiziellen Bekundungen hinaus – dringend notwendig.

Zwei weitere Panels vervollständigten das Programm der Tagung: Unter der Moderation von General a.D. Karl-Heinz Lather befasste sich ein Panel mit dem Thema „Die deutsche Gesellschaft und ihre Bundeswehr: Welche künftigen Aufgaben der Streitkräfte finden Unterstützung?“ Das Thema des anderen Panels, geleitet von Generalleutnant a.D. Friedrich-Wilhelm Ploeger, war „Technologische Entwicklungen als Herausforderungen für das künftige Einsatz- und Fähigkeitsspektrum von Streitkräften.“

Die Sicherheitspolitische Informationstagung wurde abgerundet durch aktuelle Informationen aus der Führungsakademie der Bundeswehr sowie einer Vorstellung von Analysen und Studien des Clausewitz Netzwerks für Strategische Studien.

Die Clausewitz-Gesellschaft auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung

Im Mai präsentierte sich die Gesellschaft erstmals mit einem eigenen Stand auf der ILA in Berlin. Zweck der Präsentation war es, interessierte Besucher der ILA auf die Arbeit der Gesellschaft aufmerksam zu machen und zur Diskussion über sicherheitspolitische und militärstrategische Themen einzuladen. Sie fand, nicht zuletzt dank des engagierten Auftretens unseres 2. Beisitzers, Hauptmann d.R. Jens Heilig und seines Teams, eine sehr erfreuliche Akzeptanz. Für die Gesellschaft war die Teilnahme an der ILA Neuland. Insbesondere jüngere Mitglieder der Gesellschaft und des Clausewitz Netzwerks für Strategische Studien (CNSS) erläuterten den Besuchern Ziele und Aufgaben der Gesellschaft. Der Präsident der Clausewitz-Gesellschaft, Generalleutnant a.D. Kurt Herrmann, und der Geschäftsführer, Brigadegeneral a.D. Schulz, waren zeitweise ebenfalls am Informationsstand präsent. Der Präsident nahm außerdem an einer vom Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie e.V. (BDLI) veranstalteten Podiumsdiskussion zum Thema „Die Zivilklausel im Spiegel von Wissenschaft, Industrie, Politik und Militär“ teil. Auf dem offenen Forum nutzte er die Gelegenheit, die Position der Clausewitz-Gesellschaft zur Bedeutung unabhängiger Forschung und Lehre für die Sicherheitsvorsorge als gesamtstaatliche Aufgabe darzustellen.

 Clausewitz-Strategiegespräche

Die Clausewitz-Gesellschaft e.V. führt seit 2010 gemeinsam mit der Deutschen Atlantischen Gesellschaft e.V. und der Vertretung des Landes Sachsen-Anhalt beim Bund in Berlin Strategiegespräche durch.

Beim 5. Clausewitz-Strategiegespräch am 11. Juni gemeinsam mit der Deutschen Atlantischen Gesellschaft e.V. in der Vertretung des Landes Sachsen-Anhalt beim Bund in Berlin stand Henning von Tresckow als Persönlichkeit und Soldat sowie mit seiner Rolle im Widerstand, anlässlich des 70. Jahrestages seiner Selbsttötung, im Mittelpunkt. Das Thema: „Henning von Tresckow – Seine Entwicklung als Persönlichkeit, sein Handeln als Soldat und seine Rolle im Widerstand gegen Hitler“. Im Auditorium befanden sich u.a. der Vizepräsident des Landtags von Sachsen-Anhalt, Gerhard Miesterfeldt, und der Vizepräsident der Deutschen Atlantischen Gesellschaft e.V. und ehemalige Wehrbeauftragte, Reinhold Robbe.
Der Präsident der Clausewitz-Gesellschaft, Generalleutnant a.D. Kurt Herrmann, führte in das Thema ein und leitete die Podiumsdiskussion mit den beiden Referenten, Wilfried von Tresckow und Thomas Reuther, sowie die anschließende Aussprache.

In seiner Einführung gab Herrmann zunächst eine kurze Einordnung der wesentlichen Widerstandsgruppen gegen Hitler und das NS-Unrechtsregime. Schließlich wies er auf die zunehmend schwierigen Rahmenbedingungen und Lebensumstände der Widerständler in den Kriegsjahren hin.

Wilfried von Tresckow hatte seinen Impulsvortrag unter das Thema gestellt: „Gedenken an Henning von Tresckow – Kopf, Herz und Motor des militärischen Widerstands gegen das NS-Regime“. Einleitend erwähnte er u.a., dass über 40 Mal versucht wurde, Hitler zu töten. Henning von Tresckow sei nachweislich der Initiator, Planer und Regisseur von fünf Attentatsversuchen und schließlich auch die zentrale Figur hinter dem Attentat des 20. Juli 1944 gewesen. Die zunächst bei ihm durchaus vorhandene Sympathie für den Nationalsozialismus sei spätestens mit dem sogenannten Röhm-Putsch im Juni 1934 zunehmenden Zweifeln und schließlich entschiedener Ablehnung gewichen. Er habe erkennen müssen, dass Deutschland von einem Verbrecher regiert wurde. An diversen Beispielen erläuterte Wilfried von Tresckow wesentliche charakterliche und intellektuelle Merkmale, moralisch-ethische Einstellungen, die feste christliche Grundhaltung, persönliche Entwicklungsstadien und die breiten beruflichen wie auch privaten Erfahrungen des Henning von Tresckow, die ihn zum anerkannten Haupt, geistigen Führer und Motor des militärischen Widerstands gegen das NS-Regime werden ließen.
Der Historiker Thomas Reuther trug danach zum Thema „Henning von Tresckow – Ein Stratege auf verlorenem Posten?“ vor und ging dabei schwerpunktmäßig auf den Soldaten Henning von Tresckow ein. Dabei wurden wesentliche Stationen seines militärischen Werdegangs analysiert und insbesondere seine strategisch-operativen Fähigkeiten wie auch sein professionelles Geschick, seine politische Urteilskraft, sein aufopferungsvolles Engagement und seine Durchsetzungsfähigkeit zur Nutzung verfügbarer staatlicher Strukturen und Ressourcen für die Zwecke des Widerstands gewürdigt.

In der intensiven Diskussion wurde u.a. deutlich, dass sich gerade an Henning von Tresckow zeigt, wie selbst die zum Umsturz entschlossenen Offiziere Mühe hatten, den Loyalitätskonflikt und jene letzten Hemmungen zu überwinden, die alles, was sie dachten und planten, als Pflichtvergessenheit erscheinen ließ, als Anmaßung und verantwortungsloses Tun vor allem der eigenen Truppe gegenüber.
Gerade auch die durch anfängliche Kriegserfolge Hitlers, durch die opportunistische Haltung führender Generäle und Feldmarschälle gegenüber dem NS-Regime und später durch die Forderung der Anti-Hitler-Koalition zu totaler Kapitulation zunehmende Aussichtslosigkeit, durch einen Staatsstreich das Deutsche Reich noch retten zu können, hat den Mut, die Entschlossenheit, Geduld und Ausdauer von Tresckow und anderen Mitgliedern des militärischen Widerstands auf härteste Proben gestellt. Dass sie sich trotzdem zur Tat entschlossen, hat dem Widerstand die ihm eigene Größe gegeben. Ohne jeden Beistand im Innern und ohne Ermutigung von außen hat der Widerstand am Ende seinen Kampf für kein nationales oder konkret politisches Interesse mehr geführt. Von daher war Tresckows „coûte que coûte“ für die Tat vom 20. Juli das auslösende Wort, auch für Stauffenberg, an den er es schließlich gerichtet hat.
Ein wesentlicher Teil der Diskussion wurde schließlich Fragen zur Bewahrung des geistig-moralischen Erbes von Tresckow auch in der Zukunft und zur Integration wesentlicher Erkenntnisse aus den Erfahrungen des militärischen Widerstands gegen Hitler in die Ausbildung künftiger militärischer Führer und Führungsgehilfen der Bundeswehr gewidmet.

Politisch-historisches Expertengespräch

2014 jährte sich der Beginn des Ersten Weltkriegs zum hundertsten Mal. In diesem Jahr der Erinnerungen erschienen nicht nur Aufsehen erregende Bücher, die sich mit der Entstehungsgeschichte des Krieges, seinem Verlauf und den bis heute nachwirkenden Folgen beschäftigten, es fand auch eine breite öffentliche Auseinandersetzung über die Frage statt, ob und ggf. welche Lehren aus dieser „Urkatastrophe“ gezogen werden können. Aus Anlass des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs fand am 3. Dezember 2014 an der Bundesakademie für Sicherheitspolitik ein politisch-historisches Expertengespräch statt, zu dem die Clausewitz-Gesellschaft e.V. und die Bundesakademie für Sicherheitspolitik geladen hatten. Das Thema lautete: „1914 – 1918 – Lehren aus der Geschichte?“. Unter der Leitung des Vizepräsidenten der BAKS, Brigadegeneral a.D. Armin Staigis, und des Präsidenten der Clausewitz-Gesellschaft e.V., Generalleutnant a.D. Kurt Herrmann, versuchten namhafte Historiker und Politikexperten aus einer vergleichenden Betrachtung politisch-strategisch relevanter Aspekte für 1914 und 2014 Erkenntnisse für die aktuelle Konfliktverhütung und Krisenbewältigung in den beiden ausgewählten Regionen Ostasien und Osteuropa zu gewinnen.

Die Grundidee und das Ziel dieses Gedankenaustauschs fasste Herrmann so zusammen: „Wir wollen bewusst keine Vergangenheitsbewältigung versuchen und schon gar keine Neuauflage der „Kriegsschulddiskussion“ führen. Vielmehr wollen wir aus einer konzentrierten Betrachtung politisch-strategisch relevanter Faktoren, die zum Ersten Weltkrieg geführt haben, Erkenntnisse für aktuelle und künftige Prozesse der Konfliktverhütung und Krisenbewältigung gewinnen.“

Der erste Teil der Veranstaltung beschäftigte sich mit dem Thema: „Grundlegende Erkenntnisse und Lehren aus den Vorgängen um das Jahr 1914“. Die Impulsvorträge dazu hielten Professor Dr. Herfried Münkler, Humboldt-Universität zu Berlin, und der Historiker Dr. Jörg Friedrich. Die Moderation der Diskussion hatte Dr. Stephan Speicher von der Süddeutschen Zeitung übernommen. Münkler sieht bei seinen Betrachtungen den Ersten Weltkrieg nicht als „einen“ Krieg, sondern aus drei Kriegen oder Elementen zusammengesetzt. Diese drei Kriege oder Konflikte, die man auch einzeln hätte betrachten können, seien zusammengeflossen und hätten so zu dem großen und lange andauernden Weltkrieg geführt. Er erläuterte dies nachfolgend im Einzelnen. Die Linien der drei Konflikte, so Münkler, seien in Deutschland als der Macht in der Mitte des Kontinents gleichsam zusammengeflossen. Die Politik habe sich in dieser Situation getrieben gefühlt; man sei überzeugt gewesen, nicht länger abwarten zu können. Die für Clausewitz entscheidende Frage, was der eigentliche Zweck und das Ziel des Krieges seien, sei hingegen politisch nie beantwortet worden. Die verhängnisvolle Konsequenz daraus: Die Ziele akkumulierten im Laufe des Krieges, die Spielräume der Politik hingegen seien immer kleiner geworden.

Friedrich macht eine zwangsläufige Dynamik als eine der Hauptursachen aus, die zum Ersten Weltkrieg führte. „Der Krieg zog unersättlich einen Teilnehmer nach dem anderen, nolens volens, in seinen Schlund hinein, und erst dadurch wird, zufällig und chaotisch, dieser Krieg ein Weltkrieg“. So habe der Krieg selbst völlig unlösbare Probleme geschaffen, aus denen alle Beteiligten nicht mehr herausfanden. „Europa war förmlich in den Krieg eingesperrt, eingesperrt in eine Zelle ohne Ausgang“, schloss Friedrich seinen Vortrag.

Ein Thema der anschließenden Diskussion war die fehlende Sicherheitsarchitektur vor 1914. So seien Versuche zur „Lokalisierung“ oder Eindämmung der Konflikte von Anfang an zum Scheitern verurteilt gewesen. Die Angst vor einer „Unführbarkeit“ des Krieges zu einem späteren Zeitpunkt und das fehlende Vertrauen der verantwortlichen Akteure zueinander hätten zur Dynamik der Entwicklungen wesentlich beigetragen.

Eine zweite, von Brigadegeneral a.D. Armin Staigis moderierte Diskussionsrunde zum Thema „Erörterung aktueller Krisen und Konflikte in Osteuropa und Asien 2014“ wurde mit zwei Kurzvorträgen eingeleitet. Dr. Michael Paul hielt einen Impulsvortrag zum Thema „Analogien am Beispiel des Aufstiegs der Volksrepublik China“, seine Kollegin von der Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin, Dr. Margarete Klein, sprach zu dem Thema „Die Russland-Ukraine-Krise“.

Zusammenfassend wurde in der Veranstaltung deutlich, dass ein direkter Vergleich der Situation von 1914 und von heute nicht zulässig sei. Zwar sei es nicht ausgeschlossen, dass auch heute politische Fehleinschätzungen, ungebremster Nationalismus und revisionistisches Machtkalkül eine Atmosphäre schaffen könnten, in der ein Funke genüge, um eine militärische Eskalation auszulösen. Auch wenn man in einigen beunruhigenden Tendenzen unserer Tage ähnliche Entwicklungen wie vor 100 Jahren zu erkennen glaube, müsse man sich jedoch vor groben Verallgemeinerungen und Analogieschlüssen hüten. „Ein Krieg ist nie unvermeidlich. Der fatale Glaube an seine Unvermeidbarkeit kann jedoch kriegsauslösend wirken. Die bestehenden Strukturen und Prozesse zur Vertrauensbildung, Kooperation, Krisenbewältigung und Konfliktlösung gilt es weiterzuentwickeln und zu nutzen“, fasste der Präsident der Clausewitz-Gesellschaft das Ergebnis des politisch-historischen Expertengesprächs zusammen.

Publikationen

Im Mai erschien das Jahrbuch 2013 in einer Auflage von 2.000 Exemplaren. Einen wichtigen Beitrag zur Arbeit der Gesellschaft leisteten auch 2014 die Zusammenfassungen der zentralen Veranstaltungen in den Rundschreiben und in der Fachzeitschrift ,,Europäischen Sicherheit und Technik“. Sie sind, neben weiteren interessanten Beiträgen aus der Arbeit der Gesellschaft im Jahrbuch 2014 – dem inzwischen zehnten – im Juni 2015 veröffentlicht worden. Planung, Redaktion und Gestaltung der Jahrbücher lagen erneut in den Händen von Oberst a.D. Wolfgang Fett und Oberst a.D. Werner Baach.

Die Website der Gesellschaft wurde zum Jahreswechsel 2014/2015 in Zusammenarbeit mit dem Verantwortlichen für die Informations- und Medienarbeit, Oberst a.D. Fett, durch den Webmaster der Gesellschaft, Oberstleutnant i.G. Klein, in Layout und Inhalt modernisiert.

3. Arbeit der Regionalkreise und der Sektion Schweiz

Die Arbeit der Regionalkreise würdigte der Präsident in besonderer Weise: „Unsere ehrenamtlichen Leiter der Regionalkreise und unsere Freunde der Schweizer Sektion haben bereits über viele Jahre hinweg mit reichhaltigen Initiativen und eindrucksvollen Veranstaltungen die Identität der Clausewitz-Gesellschaft e.V. lebendig geformt und inhaltlich geprägt. Ich bin überzeugt und zuversichtlich, dass sie mit vielen engagierten Mitwirkenden auch aus dem Kreis unserer Mitglieder die Kontinuität der erfolgreichen Arbeit gewährleisten und eine innovative Weiterentwicklung wirksam unterstützen werden. Ihre vielfältigen Vorhaben von Hamburg und Bremen bis München und Bern, von Berlin bis Bonn und Mannheim erfüllen unsere gemeinsamen Ziele mit Leben, garantieren hohe Qualität als Markenzeichen und stärken die Identität unserer Gesellschaft. Sie sind deshalb höchst wertvoll und unverzichtbar.“

Regionalkreis Nord

Nach achtjähriger Tätigkeit übergab Oberst a. D  Rüdiger Graeger die Leitung des Regionalkreises Nord am 19. Juni 2014 an Oberst der Reserve Ullrich Tiedt (Würdigung siehe weiter unten). Die erste Veranstaltung  unter dem neuen Leiter wurde nach der Sommerpause am 25. September von General a. D. Rainer Schuwirth zum Thema „Betrachtungen zu deutschen Sicherheitsinteressen“ gestaltet. Der außergewöhnliche Vortrag über Soldaten als Führungskräfte für die deutsche Wirtschaft von Patricia Veigel-Rute ist im Jahrbuch 2014 der Clausewitz-Gesellschaft abgedruckt. Die schon traditionelle Adventsveranstaltung wurde zum dritten Mal von der Firma Kühne und Nagel in der Hafencity ausgerichtet. Brigadegeneral Michael Vetter, Kommandeur des Logistik-Zentrums der Bundeswehr, berichtete über die Rückverlegung der deutschen Einsatzkräfte aus Afghanistan. Tiedt legte an diesem Abend auch sein Jahresprogramm für 2015 vor, das neun Vortragsabende vorsieht. Er initiierte, dass zukünftig zu den Veranstaltungen neben den Lehrgangsteilnehmern der Führungsakademie der Bundeswehr auch Studenten der Universität der Bundeswehr Hamburg eingeladen werden. Dies führte zu dem positiven Nebenaspekt, dass bereits sechs Studenten der Universität Mitglieder der Clausewitz- Gesellschaft geworden sind.

Der Bremer Tisch, eine Untergliederung des Regionalkreises, führte unter der neuen Leitung von Oberstleutnant Martin Hornhues seine erfolgreichen Vortragsabende in den Räumen des Landeskommandos Bremen fort.

Regionalkreis West

Im Regionalkreis West (Leitung: GenLt a.D. Jürgen Ruwe, GenOStArzt a.D. Dr. Jürgen Blätzinger, StHptm a.D. Volker Thielert) fanden 2014 insgesamt elf Vortragsveranstaltungen statt, davon zwei in Kooperation mit dem Bonner Forum der Deutschen Atlantischen Gesellschaft und der Sektion Köln-Bonn der Deutschen Gesellschaft für Wehrtechnik:

20.01.2014GenLt a.D. Dipl.-Inf. Kurt Herrmann: „Cyber-Sicherheit – Wie reagiert die NATO auf diese strategische Herausforderung?“
10.02.2014GenLt Dipl.-Päd. Hans-Werner Fritz, Bfh. EinsFüKdo der Bw: „Das Einsatz­führungskommando der Bundeswehr und der Einsatz deutscher Streitkräfte im Ausland – Sachstand, Entwicklungen und Perspektiven“
10.03.2014Sts a.D. Georg Wilhelm Adamowitsch, Hauptgeschäftsführer des Bundes­ver­bandes der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie: „Die deutsche Sicherheits- und Verteidigungsindustrie – Herausforderungen zwischen europäischer Liberalisierung und nationaler Strukturanpassung“
25.03.2014Empfang der Gemeinde Alfter für den ehem. Libanesischen Staatspräsidenten Amin Gemayel
07.04.2014GenMaj a.D. Peter-Johannes von Geyso: „Führungskultur – Was sollte das eigentlich sein?“
29.04.2014Gesandter a.D. Joachim von Arnim: „Russische Politik in der Ära Putin“
15.05.2014Informationsveranstaltung des BMVg für den Regionalkreis West mit dem Büroleiter des Generalinspekteurs, BrigGen Dipl.-Kfm. Eberhard Zorn
02.06.2014GenMaj a.D. Jürgen von Falkenhayn: „Sarossawa – Auf der Suche nach dem verlorenen Vater“
24.06.2014Dämmerschoppen Rheinaue
15.09.2014BrigGen a.D. Dipl.-Ing. Eckhard Lisec: „Der Bedeutungsverlust des türkischen Generalstabs ab 2003“
06.10.2014BrigGen Dipl.-Päd. Christian Westphal: „Die Offizierausbildung im Deutschen Heer heute“
03.11.2014GenLt a.D. Dr. Klaus Olshausen: „Die Krise in und um die Ukraine als eine Kollision multipler Interessen unter Clausewitz’ Einsichten“
09.12.2014GenLt Dipl.-Kfm. (univ.) Martin Richard Schelleis, Kommandeur Kommando Einsatzverbände Luftwaffe: „Aktueller Sachstand Luftwaffe“

Regionalkreis Südwest

Der von Generalmajor a.D. Christian Millotat im Jahre 2000 in Ulm gegründete und noch immer geführte Regionalkreis Südwest der CG konnte auch 2014 seine Veranstaltungen am Bildungszentrum der Bundeswehr in Mannheim mit großzügiger Unterstützung seines Präsidenten durchführen.  Bei den  zehn Veranstaltungen  trugen vor allem hohe Generale der Bundeswehr über ihre im Zuge der Neustrukturierung neu geschaffene oder mit anderen Aufträgen versehene Bereiche vor.  Zum 100jährigen Ausbruch des Ersten Weltkrieges referierte der Historiker Professor Kroll, Universität Chemnitz,  über das Thema Politik, Gesellschaft  und Kultur des Deutschen Reiches entlang seines bahnbrechenden Buches.

Das von Generalmajor a.D. Millotat 2010  gegründete und geleitete Forum Mainz der Deutschen Atlantischen Gesellschaft hat sich 2014 mit der Clausewitz-Gesellschaft als neuem Partner zusammengetan. Nach Abgabe des Osteiner Hofes durch die Bw, dem bisherigen Tagungsort, hat das Forum Mainz im Institut Français eine  neue Heimat gefunden. 2014 referierten dort  hochrangige Generale aus dem In- und Ausland,  darunter der Österreichische Generalstabschef, General Commenda, und der Joint Force Commander aus Brunssum/ NL, General Domröse. Im neu strukturierten Forum Mainz werden auch weiterhin nur authentische Referenten  vortragen, die aus ihren Verantwortungsbereichen berichten. Beide Kreise  erfreuen sich großen Interesses und haben einen festen Platz in Mannheim und Mainz gefunden.

Regionalkreis Bayern

Vor dem Hintergrund der großen Dichte an Veranstaltungsangeboten mit sicherheitspolitischem Bezug im Raum München führt der Regionalkreis Bayern unter Leitung von Generalleutnant a.D. Heinz Marzi und Mitwirkung von Oberstleutnant a.D. Werner Bergenthum Veranstaltungen in der Regel mit Kooperationspartnern durch, z.B. mit der Hanns-Seidl-Stiftung, der Gesellschaft für Sicherheitspolitik, dem Bundeswehrverband, dem Verband der Reservisten der Bundeswehr und dem Sicherheitspolitischen Arbeitskreis der Universität der Bundeswehr in Neubiberg.

Für das Jahr 2014 sind zunächst die beiden Vortragsabende mit Oberstleutnant a.D. Linden zu erwähnen mit den Themen „Die französische Fremdenlegion – gestern und heute“ sowie „Napoleons Feldzug nach Russland 2012“.

Im Zusammenwirken der zuvor genannten Kooperationspartner hat das 2012 ins Leben gerufene „DialogForum Sicherheitspolitik“ 2014 den Themenkomplex „Heimatschutz und Reserve – eine Bestandsaufnahme“ behandelt. Der bayrische Staatsminister des Innern Joachim Herrmann führte in das Thema ein. Das Panel mit Staatssekretär Johannes Hintersberger, Brigadegeneral Helmut Dotzler, Divisionär a.D. Hans Ulrich Solenthaler aus der Schweiz und Brigadier Thomas Starlinger aus Österreich wurde von Marco Seliger moderiert.

Besondere Heraushebung verdient die Nürnberger Sicherheitstagung, die 2014 zum 15. Mal stattfand und von Herrn MdB a.D. Hildebrecht Braun und Generalleutnant a.D. Heinz Marzi zum Thema „Europa und der Nahe Osten“ moderiert wurde. Bundesaußenminister a.D. Dr. Klaus Kinkel sprach zum zentralen Aspekt „Europa und seine Möglichkeiten und Aufgaben im Nahen und Mittleren Osten“. Der Festvortrag „Der Auftrag der Weltreligionen – Friede unter den Menschen“ wurde von Benjamin Idriz, Imam der Islamischen Gemeinde Penzberg, gehalten.

Regionalkreis Berlin

Nach der langjährigen Leitung des Regionalkreises Berlin durch Brigadegeneral a. D. Hans Helmut Speidel gab dieser 2013 „den Staffelstab“ an den Nachfolger, Oberst a. D. Franz-Josef Pütz, weiter. Dieser hat sich zum Ziel gesetzt, in der Bundeshauptstadt mit wenigen, aber gehaltvollen Veranstaltungen für die Clausewitz-Gesellschaft zu werben. In einem Umfeld mit täglich zahlreichen Veranstaltungen zu Politik, Wirtschaft und Kultur in Berlin geht es darum, mit besonders attraktiven Angeboten Flagge zu zeigen.

Bei der Auftaktveranstaltung 2014 in Anwesenheit des ehemaligen Präsidenten, Generalleutnant a. D. Dr. Klaus Olshausen, und seines Nachfolgers, Generalleutnant a. D. Dipl.-Inform. Kurt Herrmann, beschäftigte sich der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Hellmut Königshaus in der Julius-Leber-Kaserne mit dem Thema „Der Wehrbeauftragte und sein Amtsverständnis“. In Vortrag und Aussprache zeigte er die breite Palette seiner Aufgaben auf und ging keinem aktuellen Thema aus dem Weg. Begriffe wie „Verantwortung“ und „Fürsorge“ standen für den Wehrbeauftragten erkennbar ganz oben auf der Skala seines Amtsverständnisses.

Bei der zweiten Veranstaltung 2014 im gediegenen Ambiente des Katholischen Militärbischofsamtes trug Botschafter Dr. Dr. h.c. Hans-Ulrich Seidt vom Auswärtigen Amt zum Thema „Gefährliche Strategien – Afghanistan in der deutschen Politik 1914 – 1922“ vor. Er war u. a. Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Seoul und Kabul und ist Autor des Buches „Berlin – Kabul – Moskau / Oskar Ritter von Niedermayer und Deutschlands Geopolitik“. Somit stand ein intimer Kenner der deutsch-afghanischen Beziehungen für dieses hochaktuelle Thema zur Verfügung. Wie nicht anders zu erwarten, gab Dr. Seidt einen faszinierenden Abriss der deutschen Politik im nah-mittelöstlichen und zentralasiatischen Raum vor 100 Jahren. Das „Sahnehäubchen“ seiner fesselnden Darstellung war die Information, dass der junge Leutnant von Seeckt im heutigen Kath. Militärbischofsamt, damals Kaserne des „Kaiser-Alexander-Garde-Grenadier-Regiments Nr. 1“ (auch Alexandriner bzw. Alexander-Regiment), gedient habe und später Hauptmann Ritter v. Niedermayer sein Adjutant gewesen sei. Im anschließenden Gespräch mit dem Referenten schloss sich der Kreis zu den gegenwärtigen Problemen am Hindukusch durch das Wiedersehen mit einem ehemaligen Bauingenieur, dem er vor Jahren in Kabul begegnet war.

Sektion Schweiz

Organisation der Sektion Schweiz

Präsident                    Oberst des Generalstabs Walter Steiner

Geschäftsführer          Oberstleutnant Dr. Igor Perrig

Quästor                       Oberst des Generalstabs Matthias Kuster

Mitgliederentwicklung 2014 der Sektion Schweiz: 52 Mitglieder

Veranstaltungen der Sektion

  1. Mitgliederversammlung vom 21. November 2013 in Bern in den Räumlichkeiten der Grande Société von Bern, Theaterplatz 7, 3011 Bern. Der Präsident der Clausewitz-Gesellschaft e.V., Generalleutnant a.D. Kurt Herrmann, überbrachte eine Grußbotschaft. Ehrengast der Veranstaltung war der Chef der Armee, Korpskommandant André Blattmann.
  2. Frühjahresveranstaltung vom 21. Juni 2014 auf dem Sankt Gotthard: Projektleiter, Brigadier a.D. Alfred Markwalder stellte den Teilnehmern „mit Herzblut“ sein Projekt „Sasso San Gottardo“ vor. Sicherheit und Unabhängigkeit, Wehrwille und Wehrbereitschaft der ganzen Bevölkerung wurden in Erinnerung gerufen.
  1. Vorträge:
    1. „Weiterentwicklung der allgemeinen Wehrpflicht“ am 20. Februar 2014, Bibliothek am Guisanplatz, Bern. Referent Oberst i Gst Dr. Roland Beck, Ehrenmitglied Sektion Schweiz
    2. „Schweiz – EU: Verhandlungen mit der EU am Beispiel des bilateralen Stromabkommens,
    3. April 2014, Bibliothek am Guisanplatz, Bern. Referent Oberstleutnant Dr. Igor Perrig, Geschäftsführer Sektion Schweiz
    4. „Ukraine, Krise oder Krieg“ am12. Juni 2014, Bibliothek am Guisanplatz, Bern. Vortragende Herr Dr. Thomas Schöttli, Strategischer Nachrichtendienst, Herr Raphael Nägeli, Eidgenössisches Departement des Äusseren, Oberst i Gst Walter Steiner, Präsident Sektion Schweiz
    5. Kaminfeuergespräch am 09. September 2014, Deutsche Botschaft in Bern. zweiter Gesprächsabend über das Leben und Werk von „Carl von Clausewitz“.

Im Jahrbuch 2014 der Clausewitz-Gesellschaft war die Sektion Schweiz mit dem Beitrag „100 Jahre Schweizer Luftwaffe“ vertreten. Autor war KKdt aD Markus Gygax.

4. Lage und Entwicklung der Gesellschaft 2014

Die Clausewitz-Gesellschaft hatte mit Stand September (Mitgliederversammlung) 999 Mitglieder. Die Organisation der Gesellschaft blieb im Berichtsjahr 2014 unverändert. Die Finanzlage der Gesellschaft befindet sich „in einem guten Zustand“, wie der Geschäftsführer bei der 51. Mitgliederversammlung feststellen konnte.

Als wichtige Gesamtaufgabe für 2014 nannte der Präsident das Gewinnen geeigneter Persönlichkeiten als neue Mitglieder. Dabei soll nicht nur verstärkt eine ausgewogene Balance erreicht werden zwischen Mitgliedern, die noch im aktiven Berufsleben stehen und solchen, die sich bereits im Ruhestand befinden. Vielmehr sollen im Sinne des erweiterten Sicherheitsbegriffs zusätzlich Gespräche mit allen einschlägigen Ressorts sowie mit relevanten Nicht-Regierungskreisen und -Institutionen über künftig mögliche Formen der Kooperation oder gegenseitigen Unterstützung geführt werden, was neue Kreise potentieller Mitglieder erschließen kann.

51. Mitgliederversammlung

Die 51. Mitgliederversammlung wurde am 23.08.2014 in Hamburg durchgeführt. Bei den Wahlen zum Vorstand waren turnusgemäß nach Ablauf von zwei Jahren die Funktionen des Schatzmeisters sowie des Verantwortlichen für die Informations- und Pressearbeit und die beiden Beisitzer nachzubesetzen. Oberst d.R. Tiedt und Oberst a.D. Fett sowie der („zivile“) Beisitzer, Herr Jens Heilig, hatten erneut kandidiert und wurden bei jeweils einer Enthaltung einstimmig gewählt. Der bisherige militärische Beisitzer, Fregattenkapitän Heinicke, stand aufgrund seiner jetzigen Verwendung im BMVg aus dienstlichen und zeitlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung. Als Nachfolger wurde Fregattenkapitän Olliver Pfennig nominiert und ebenfalls einstimmig bei einer Enthaltung gewählt.

Der Versammlung lagen zwei Anträge vor: Zum einen eine Satzungsänderung zur Definition des Erweiterten Vorstandes, zum anderen zu einer Beitragserhöhung.

Zur Änderung der Zusammensetzung des Erweiterten Vorstands erläuterte der Geschäftsführer die mit dem Antrag auf Änderung von § 8. Abs. 4. 1. der

Satzung verbundene Absicht: Die bisherige Formulierung lautet: „Der Erweiterte Vorstand besteht aus dem Vorstand und den Mitgliedern des Beirats“. Da aber die Mitgliedschaft im Beirat nicht zwangläufig an die Mitgliedschaft in der Clausewitz-Gesellschaft gebunden ist, das aber für die entscheidungsbefugten Mitglieder des Erweiterten Vorstandes sehr wohl gelten muss, wurde folgende Neufassung vorgeschlagen: „Der Erweiterte Vorstand besteht aus dem Vorstand, den Leitern der Regionalkreise und dem Präsidenten der Sektion Schweiz, dem Sprecher des Beirats sowie dem Leiter des Internationalen Clausewitz Zentrums (ICZ) und dem Vorsitzenden des Clausewitz-Netzwerks für Strategische Studien (CNSS)“. Die Mitgliederversammlung billigte die vorgeschlagene Satzungsänderung einstimmig. Damit ist sicher gestellt, dass ausschließlich Mitglieder der Clausewitz-Gesellschaft über die Geschicke der Gesellschaft entscheiden.

Der zweite Vorschlag sieht eine moderate Beitragserhöhung von 2015 an vor, die erste nach fünf Jahren. Der Antrag lautete: „Die Mitgliederversammlung möge beschließen, den Mitgliedsbeitrag um 1 € pro Monat mit Wirkung vom 01.01.2015 zu erhöhen Das bedeutet für den vollen Beitrag eine Erhöhung von bisher 78 € auf 90 € und für den ermäßigten Beitrag von bisher 30 € auf 42 €.“ Die Versammlung billigte den Antrag einstimmig. Die Erhöhung trägt sowohl den in Zukunft zu erwartenden erhöhten Personalaufwendungen Rechnung, die insbesondere zum Überstundenabbau in der Geschäftsstelle dringend erforderlich sind, als auch den erwarteten höheren Produktionskosten des Jahrbuchs.

Breiteren Raum in der Mitgliederversammlung nahm die Diskussion im Zusammenhang mit einer Anfrage und Veröffentlichung der Zeitschrift „Der Spiegel“ zur Frage der Ehrenmitgliedschaft in der Clausewitz-Gesellschaft ein. Der Geschäftsführer führte dazu aus, dass der Spiegelredakteur am 13. Februar 2014 mit erstaunlichen Detailkenntnissen und Zitaten aus dem Protokoll der Mitgliedersammlung 2013 eine Anfrage zur Einstellung der Clausewitz-Gesellschaft zu der in der Chronik von 2011 erwähnten „Ehren-Mitgliedschaft“ der Wehrmachtsgenerale List, von Manstein, Halder, Stumpf und Felmy sowie grundsätzlich zur Diskussion um den § 2 (Ziele) der Satzung unserer Vereinigung gestellt hatte. Die Anfrage war vom Verantwortlichen für die Informations- und Pressearbeit, Oberst a. D. Fett, nach sorgfältiger Abstimmung der Antwort mit dem Präsidenten und seinen Vorgängern beantwortet worden. In der Antwort kam klar zum Ausdruck, dass die Ehrenmitgliedschaften erloschen seien; den genannten Personen würde heute gemäß der seit 2011 gültigen Satzung unserer Gesellschaft keine Ehrenmitgliedschaft verliehen. Als Folge der bzw. Reaktion auf die tendenziös negative, Tatsachen verdrehende Veröffentlichung im Spiegel hatte es einige besorgte Anfragen aus der Mitgliedschaft gegeben, auch gab es vereinzelte Absagen von Referenten für Veranstaltungen. Im April richtete der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages eine Anfrage zu dem Vorgang an das BMVg. In seiner Antwort darauf hat das BMVg die Behandlung des gesamten Vorgangs durch den Vorstand der CG e.V. korrekt und überzeugend wiedergegeben. Es wurde u.a. auch darauf hingewiesen, dass einige (inzwischen ehemalige) Mitglieder unserer Gesellschaft einen Antrag auf Aberkennung der de facto erloschenen Ehrenmitgliedschaft gestellt hätten, weil sie offenkundig auf diesem Wege gegen die im Jahre 2011 von der Mitgliederversammlung beschlossene Modernisierung der Satzung opponieren wollten. Mit der Antwort des BMVg konnten die Besorgnisse des Wehrbeauftragten zerstreut werden. Der Präsident der Clausewitz-Gesellschaft hat zusätzlich unsere wichtigsten Kooperationspartner, wie die BAKS, FüAkBw und die Deutsche Atlantische Gesellschaft, ausführlich über den Sachstand unterrichtet und damit auch die in diesen Institutionen teilweise aufkeimenden Zweifel an der Haltung der Gesellschaft und somit Bedenken gegen eine weitere Zusammenarbeit zerstreuen können. In einem Brief vom 3. April 2014 an die Mitglieder nahm der Präsident zur Frage der Ehrenmitgliedschaft Stellung und stellte u.a. fest: „Gemäß § 6, Ziffer 1 unserer Satzung endet die Mitgliedschaft in der Clausewitz-Gesellschaft e.V. durch Tod, Austritt oder Ausschluss… Den in der Chronik unserer Vereinigung aus Gründen der historischen Ehrlichkeit erwähnten ehemaligen Generalen und Admiralen der Wehrmacht, denen Mitte der sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts die Ehrenmitgliedschaft verliehen wurde, die aber inzwischen erloschen ist, würde gemäß der heute gültigen Satzung keine Ehrenmitgliedschaft verliehen. Deshalb weise ich auch im Namen des gesamten Vorstandes jegliche Unterstellung einer Nähe zu diesem Personenkreis ganz entschieden zurück.“ Der Brief fand breite Zustimmung, allerdings traten auch einige wenige Mitglieder aus der Gesellschaft aus.

Beirat der Clausewitz-Gesellschaft

Bei der Mitgliederversammlung 2013 war Oberst d.R. Dr. h.c. Frank-Jürgen Weise, Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit, als Sprecher des Beirats gewonnen werden, der allerdings am 18.März 2014 erklären musste, dass er aus beruflichen Gründen leider nicht weiter zur Verfügung stehen könne. Der Vorstand verständigte sich anschließend grundsätzlich auf ein erwünschtes Profil für den künftigen Sprecher des Beirats. Wesentliches Merkmal soll sein: „Ein im aktiven Berufsleben stehender Universitätsprofessor, Unternehmer, Politiker oder Freiberufler in herausragender Leitungs- oder vergleichbarer Funktion etc. mit hinreichendem Verständnis/Gespür für Sicherheitspolitik, Strategie und Streitkräfte, um eine für die Vereinigung wirksame und förderliche Multiplikator- und Initiator-Funktion wahrnehmen zu können.“

Der Beirat der Clausewitz-Gesellschaft benannte auf seiner Sitzung am 21.08.2014 Generalmajor a.D. Christian E.O. Millotat zum neuen Sprecher. Millotat erklärte sich bereit, die Funktion zunächst für ein Jahr zu übernehmen und damit letztlich auch einen hinreichenden Findungsprozess für einen künftigen Sprecher des Beirats zu ermöglichen.

Wechsel in der Leitung des Regionalkreises Nord

Der bisherige Leiter des Regionalkreises Nord, Oberst a.D. Rüdiger Graeger, gab nach mehr als 9 Jahren, in denen er zahlreiche hochrangige Veranstaltungen geplant und durchgeführt hat, das Amt an Oberst d.R. Ullrich Tiedt ab, der es neben seiner Tätigkeit als Schatzmeister führt. Der Wechsel von Oberst a.D. Graeger zu Oberst d.R. Tiedt wurde am 19. Juni 2014 formal vollzogen. Der Präsident der Gesellschaft würdigte das Wirken von Oberst a.D. Gräger und dankte ihm im Namen der Gesellschaft für sein langjähriges Engagement. In seinem schriftlichen Grußwort erwähnte er u.a., dass Oberst a.D. Graeger es immer wieder geschafft habe, im Sinne des umfassenden vernetzten sicherheitspolitischen Ansatzes Offiziere, Akademiker, Diplomaten und gleichgesinnte Persönlichkeiten aller gesellschaftlichen Bereiche zusammenzuführen, um die komplexe sicherheitspolitische Landschaft dieser Jahre zu analysieren, zu erörtern, zu beurteilen und so – im Sinne der Zielsetzung unserer Vereinigung – zur Förderung, Verbreiterung und Intensivierung des sicherheitspolitischen und strategischen Diskurses beizutragen.

„General Carl von Clausewitz Preis der Stadt Burg“ an Generalleutnant a.D. Dr. Klaus Olshausen verliehen

Der Bürgermeister der Stadt Burg, Jörg Rehbaum, verlieh am 19. November in Anwesenheit des Ministerpräsidenten des Landes Sachsen-Anhalt, Dr. Reiner Haseloff, den „General Carl von Clausewitz Preis der Stadt Burg“ an den ehemaligen Präsidenten der Clausewitz-Gesellschaft, Generalleutnant a.D. Dr. Klaus Olshausen. In seiner Laudatio würdigte der Präsident der Clausewitz-Gesellschaft e.V., Generalleutnant a.D. Kurt Herrmann, die Person, den Werdegang und die herausragenden Verdienste des Preisträgers. Zugleich unterstrich er, dass die Auszeichnung für Dr. Olshausen und die hochrangige Teilnahme nicht nur als besondere Wertschätzung der Leistungen von Dr. Olshausen, sondern auch als Zeichen der Bestätigung und Ermunterung für die Aktivitäten der Clausewitz-Gesellschaft insgesamt verstanden werde. Dr. Olshausen ging in seinen Dankesworten eindrucksvoll auf die nachhaltige und immer noch hoch aktuelle Bedeutung des preußischen Generals und Militärtheoretikers Carl von Clausewitz ein. Dabei widmete er auch der Burger Clausewitz-Erinnerungsstätte und ihrem Kustos, Klaus Möbius, herzliche Dankesworte und gab Anregungen für die weitere historische Aufarbeitung des Clausewitzschen Erbes.
Der Feierstunde vorausgegangen war die bereits traditionelle Kranzniederlegung am Grab von Carl von Clausewitz und seiner Gattin Marie, geborene Gräfin Brühl. Diese Ehrung wurde in gewohnt würdiger Weise vom Logistikbataillon 171 „Sachsen-Anhalt“ unter seinem Kommandeur Oberstleutnant Karl Wilhelm Wenz unterstützt.

Ehrenmedaille und Ehrenurkunde „General Carl von Clausewitz“ verliehen

Im Rahmen der Verabschiedung des 9. Streitkräftegemeinsamen Lehrgangs Generalstabs-/Admiralstabsdienst (LGAN 2012) überreichte der Präsident der Clausewitz-Gesellschaft e.V., Generalleutnant a.D. Kurt Herrmann, am 18. September 2014 im Manfred Wörner Zentrum der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg die „Ehrenmedaille General Carl von Clausewitz“ an den deutschen Major Germar Lacher und die „Ehrenurkunde General Carl von Clausewitz“ an den finnischen Korvettenkapitän Jaakko Jäntti.
Mit der Ehrenmedaille wird seit 1961 jährlich ein Offizier der Bundeswehr zum Abschluss seiner Ausbildung für den Generalstabs-/Admiralstabsdienst ausgezeichnet, dessen Jahres- oder Lehrgangsarbeit auf wissenschaftlicher Grundlage eigene schöpferische Gedanken zum Ausdruck bringt und die nach Urteil seiner Vorgesetzten eine weit über dem Durchschnitt stehende Leistung darstellt. Major Lacher hat in seiner Arbeit unter dem Thema „Folter in der Bundesrepublik Deutschland unter Berücksichtigung des Artikels 1 Grundgesetz“ das breite Spannungsfeld zwischen „absolutem Folterverbot“ und „staatlicher Gefahrenabwehr“ in hervorragender Weise untersucht.

Die Ehrenurkunde wird seit 1990 ebenfalls jährlich jeweils einem ausländischen Lehrgangsteilnehmer für eine preiswürdige Lehrgangsarbeit verliehen. Die Arbeit von Korvettenkapitän Jäntti zum Thema „Die Zukunft der OSZE“ hat nicht zuletzt durch die russische Annektierung der Krim und den anhaltenden Konflikt in der Ostukraine besondere Aktualität gewonnen. Die ganz besondere Leistung Jänttis besteht gemäß Laudatio „in der tiefen gedanklichen Durchdringung der sicherheitspolitischen Gesamtzusammenhänge, Abhängigkeiten und Wechselbeziehungen hinsichtlich der Rolle der OSZE in der Staatengemeinschaft insgesamt“. Generalleutnant a.D. Herrmann gratulierte den Preisträgern im Namen aller Mitglieder unserer Vereinigung. Die Arbeiten der Preisträger sind im „Jahrbuch 2014“ der Gesellschaft veröffentlicht worden.

Trauer um ehemaligen Präsidenten der Gesellschaft, Generalleutnant a.D. Lothar Domröse

Am 19. Mai 2014 starb im Alter von 93 Jahren Generalleutnant a.D. Lothar Domröse. Der Verstorbene war von 1983 bis 1991 Präsident der Clausewitz-Gesellschaft. Bei seiner Verabschiedung als Präsident wurde er auf der 28. Mitgliederversammlung am 30. August 1991 in Anerkennung seines Wirkens für die Gesellschaft mit der Ehrenmitgliedschaft und der Clausewitz-Medaille „Für besondere Verdienste um die Clausewitz-Gesellschaft“ ausgezeichnet.

Der Vorstand der Clausewitz-Gesellschaft würdigte die Arbeit des Verstorbenen im Namen der Gesellschaft: „Mit Trauer und Bestürzung haben wir die Nachricht vom Ableben unseres ehemaligen Präsidenten und Ehrenmitglieds der Clausewitz-Gesellschaft e.V., Generalleutnant a.D. Lothar Domröse, vernommen. Generalleutnant a.D. Lothar Domröse wurde zum 1. Januar 1983 zum Präsidenten der Clausewitz-Gesellschaft e.V. gewählt und bekleidete dieses Amt bis 1. Januar 1991. Seine achtjährige Amtszeit als Präsident unserer Vereinigung stand unter dem Motto „Kontinuität und Fortschritt“. Bereits 1983 konnte erstmals den ausländischen Lehrgangsteilnehmern an der Führungsakademie der Bundeswehr die Clausewitz-Medaille zum Ende ihrer Ausbildung überreicht werden. Im Jahr 1984 wurde das Programm zentraler Veranstaltungen der Gesellschaft erweitert und die Öffnung der Gesellschaft für einen erweiterten Mitgliederkreis durch eine Satzungsänderung ermöglicht. Seit 1985 erfuhren die zentralen Veranstaltungen eine willkommene Abrundung durch ein kulturelles Damenprogramm. In den Folgejahren wurden dann die internationalen Kontakte und Aktivitäten ausgeweitet und vertieft.

Das dritte Jahrzehnt des Bestehens unserer Vereinigung war in starkem Maße durch die Nachrüstungsdebatte und die zunehmenden Unruhen in Ländern des Warschauer Paktes geprägt. Unter der Präsidentschaft von Generalleutnant a.D. Domröse hat die Clausewitz-Gesellschaft e.V. diese Prozesse aufmerksam verfolgt und begleitet. Ab 1988 brachte sich die Gesellschaft verstärkt sowohl in die Diskussion zu Tradition und Traditionspflege als auch zur Weiterentwicklung der Streitkräfte ein. Die politischen Umwälzungen in Europa und ihre sicherheitspolitischen Auswirkungen standen dann ab 1989 im Zentrum der Betrachtungen. Dementsprechend lautete auch das Thema der letzten von Generalleutnant a.D. Domröse geleiteten Sicherheitspolitischen Informationstagung in Hamburg 1990 „Das vereinte Deutschland in einem sich verändernden Europa“.

Generalleutnant a.D. Lothar Domröse hat wichtige, zukunftsweisende Akzente in einer herausfordernden Phase der Entwicklung der Clausewitz-Gesellschaft e.V. gesetzt und einen klaren Kurs in heraufziehenden Zeiten des Umbruchs bestimmt. Er hat damit der Gesellschaft ein nachhaltiges Vermächtnis hinterlassen, das wir alle mit Dank und Bewunderung in Ehren halten werden. Die damit verbundene Erinnerung an seine vorbildliche Persönlichkeit und einen herausragenden Offizier im Generalsrang wird bei uns allen fortbestehen und in würdiger Form erhalten bleiben.

Wir trauern um eine großartige Persönlichkeit und einen vorbildlichen Offizier.“

Werner Baach

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