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IN MEMORIAM General a. D. Ulrich de Maizière

Kranz der Clausewitz-Gesellschaft

Die Mitglieder der Clausewitz-Gesellschaft trauern um Ihren Ehrenpräsidenten, General a.D. Ulrich de Maizière, der am 26. August 2006 im Alter von 94 Jahren gestorben ist. Wir hatten ihn schon auf unserer Jahrestagung in Hamburg vermisst, aber wir sind doch betroffen und bestürzt, dass ihn unser Herrgott nun so rasch abberufen hat.

Das Lebenswerk von General de Maizière kann nicht mit diesem kurzen Nachruf gewürdigt werden. Aber eine kleine Skizze zu seiner Persönlichkeit und seinem über 40jährigen Wirken in und für unsere Clausewitz-Gesellschaft soll versucht werden. Viele von uns, die ihn häufig oder nur selten erlebt haben, viele, die ihn nur durch sein geschriebenes Wort kennen, werden bestätigen, dass seine Geradlinigkeit, seine Aufrichtigkeit und seine Klarheit in Denken, Ausdruck und Handeln überzeugend waren. Seine Qualitäten in der Menschenführung, die er für die aktive Truppe in der Konzeption des „Staatsbürgers in Uniform“ wie in der Lehre als Kommandeur der Schule für Innere Führung und später der Führungsakademie der Bundeswehr zur Geltung gebracht hat, haben auch seine Tätigkeit und sein Wirken in unserer Clausewitz-Gesellschaft geprägt. Er hat es als Mitglied, als Präsident und als Ehrenpräsident verstanden, die verschiedenen Gruppen der Clausewitz-Gesellschaft zu gemeinsamem Wirken zu verbinden, und hat selbst heftige Kontroversen immer wieder mit dem Blick nach vorn zum Einsatz für unsere Ziele zusammengeführt. Er hat erkannt, dass wir in der CG - wie in der Bundeswehr - den historischen Kontext, die jeweilig gegenwärtigen Gegebenheiten und eine dynamische Entwicklung unserer Bundeswehr als Armee im demokratischen Staat und im Bündnis - und auf dieser Basis nunmehr seit mehr als zehn Jahren in Einsätzen der Krisenreaktion zur Friedenssicherung außerhalb Deutschlands - im Auge haben und behalten müssen. Das Verständnis der Generation der Wehrmachtoffiziere, die zum Teil wieder in der Bundeswehr gedient, ja sie erst aufgebaut haben, aber zum Teil dieses „Innenerlebnis“ nicht hatten, und die Auffassungen der Bundeswehroffiziere, die in unseren neu formierten Streitkräften heranwuchsen, führte zu zahlreichen Diskussionen in der CG. General de Maizière hat es dabei verstanden, die Orientierung aller auf die neu verfasste Bundeswehr im Rahmen unseres Grundgesetzes zu erreichen, ohne eine emotionale oder intellektuelle Trennung zu denen zuzulassen, für die soldatischer Dienst in der Wehrmacht und in einem grausamen Krieg unverrückbarer Teil ihres Lebens waren.

Während seiner Präsidentschaft hat unsere Clausewitz-Gesellschaft den Weg zum Internationalen Forum beschritten und mit dem „Internationalen Clausewitz Forum 1980“ ein weithin sichtbares und anerkanntes Zeichen gesetzt. Es war die offizielle Veranstaltung der Bundesrepublik Deutschland zur Ehrung dieses Soldaten, Philosophen und Denkers anlässlich seines 200. Geburtstages – gekrönt mit einer Clausewitz Briefmarke 1981 anlässlich seines 150. Todestages. In der erforderlichen Abgrenzung der Aufgaben zur Gesellschaft für Wehrkunde Ende der 70er Jahre hielt er als Ziel fest, dass die Thematik gleichermaßen für aktive und verabschiedete Offiziere interessant zu gestalten sei. So konnten zum Beispiel die Seminare in Rheinbach und das Forum in Ulm starken Einfluss nehmen auf die Strategiediskussion um die Thesen von Brigadegeneral Afheldt u.a.

Diese wenigen Hinweise unterstreichen den Elan und die Konsequenz, mit der General de Maizière für die Clausewitz-Gesellschaft gearbeitet hat, tatkräftig, mutig und mit einem realistischen Blick für das Machbare. Er hat sich um die Clausewitz-Gesellschaft in außergewöhnlicher Weise verdient gemacht. Sie hat dies 1983 mit seiner Ernennung zum Ehrenpräsidenten zum Ausdruck gebracht.

Wir danken dem Verstorbenen und werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.

Dr. Klaus Olshausen, Generalleutnant a.D., Präsident der Clausewitz-Gesellschaft

Nachruf Generalleutnant a.D. Hans Poeppel

Am 29. September 2007 starb der frühere Inspekteur des Heeres, Generalleutnant a.D. Hans Poeppel, nach einem erfüllten Leben im Alter von 86 Jahren. Die Bundeswehr hat mit ihm einen großen Soldaten verloren. Die Clausewitz-Gesellschaft trauert um einen hoch anerkannten militärischen Führer, der über 25 Jahre ihr Mitglied war.

Generalleutnant a.D. Poeppel wurde am 20. Juli 1921 in Pommern geboren. Er ist in Berlin zur Schule gegangen und nach dem Abitur im Dezember 1939 Soldat geworden. Er war bei Kriegsende Batteriechef im Artillerieregiment 32.

Nach der Flucht zunächst aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft und dann aus seiner hinterpommerschen Heimat studierte er Pädagogik und baute sich als Lehrer eine neuen Beruf auf, den er mit großer Hingabe ausübte. Nach seiner Entscheidung, wieder Soldat zu werden trat er mit den allerersten Soldaten schon im November 1955 in die Bundeswehr ein. Generalstabsausbildung, Verwendungen auf der Ebene Brigade, Korps und als Adjutant des Generalinspekteurs der Bundeswehr folgten, bevor er Kommandeur des Feldartilleriebataillons 31 in Lüneburg, später der Panzergrenadierbrigade 1 und schließlich der 6. Panzergrenadierdivision wurde. Es folgte die Verwendung als Stellvertreter des Generalinspekteurs der Bundeswehr. Höhepunkt seiner Laufbahn war die Führung des deutschen Heeres als Inspekteur des Heeres vom April 1979 bis zum September 1981. Er war ein begnadeter Vorgesetzter, der überzeugen und mitreißen konnte, den man mochte und verehrte. Er hat das deutsche Heer in einer entscheidenden Phase des Umbruchs der Bundeswehr in eine neue Struktur geführt und dabei zukunftsorientiert und mit Weitblick Kurs gehalten.

Auch nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst blieb er als Präsident der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik der Bundeswehr für weitere 19 Jahre eng verbunden.

Sein mutiges Eintreten für eine gerechte Bewertung der Leistungen deutscher Soldaten ließ ihn 1998 das Buch „Die Soldaten der Wehrmacht“ herausgeben, das ihm großen Respekt erwarb.

Generalleutnant a.D. Poeppel war ein Mann der Truppe, für die sein Herz schlug und in der er seine hohen pädagogischen Fähigkeiten, vor allem aber seine sichere und überzeugende Hand in der Menschenführung am besten zum Tragen bringen konnte. Er war einer der wenigen Persönlichkeiten, in der sich hohes fachliches Wissen mit menschlicher Wärme, Ausstrahlungskraft mit umfassender Bildung, hohe Tatkraft mit dem Sinn für das Machbare sowie ein mitreißender Schwung des Handelns zu einem harmonischen Ganzen verbanden.

Generalleutnant a.D. Hans Poeppel wird uns fehlen. Die Clausewitz-Gesellschaft wird ihm ein ehrendes Angedenken bewahren.