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Besprechung von Christian E.O. Millotat
Anders als der Titel der Arbeit von Oberst Dr. Groß, Historiker am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr in Potsdam, erwarten lässt, werden in ihr auch mehr als 20 Jahre Geschichte der Bundeswehr berührt. Sie geht damit über das Wirken von General Heusinger hinaus. Auch Entwicklungen bis in unsere Zeit hinein werden splitterhaft behandelt. Weil aber Oberst Dr. Groß sein Thema ausschließlich aus der deutschen Sicht darstellt, wird der Einfluss deutscher Offiziere in den NATO- Stäben im Bereich des operativen Denkens, Planens und Übens übergangen. Das ist der schwerwiegendste Mangel der Arbeit.
General Heusinger, der erste Generalinspekteur der Bundeswehr von 1957 bis 1961 und danach bis 1961 Vorsitzender des Ständigen Militärausschusses der NATO, wurde zunächst von den Verbündeten nur zögerlich über die nuklearen Planungen zur Verteidigung Westeuropas unterrichtet und entwickelte Verteidigungsplanungen auf der Grundlage konventioneller Kräfte. Damit scheiterte er, wie der Autor zu Recht festgestellt hat. Er befürchtete die Verwüstung Deutschlands mit Nuklearwaffen, erkannte aber früh, dass diese dem politischen Spektrum zuzuordnen waren. Mit den Konsequenzen der Strategie der Massiven Vergeltung der NATO („Massive Retaliation“), die der Strategie der Flexiblen Antwort („ Flexible Response“) vorausging, ist er nur schwer fertig geworden.
Die deutschen Oberbefehlshaber (CINCENTs) der Zentralregion (CENTRAL REGION) – sie reichte von Hamburg bis zu den Alpen - ,die seit 1966 für die Verteidigung dieses Raumes der größten Truppenkonzentration im Kalten Krieg mit zwei Heeresgruppen und zwei taktischen Luftflotten sowie Reserven aus USA und Kanada sowie Frankreich zuständig waren, und ihre deutschen Generalstabsoffiziere, „Führergehilfen“ und nicht „Führungsgehilfen“ wie der Autor sie bezeichnet, konnten nach Heusinger jedoch mit Erfolg bis zum Ende des Kalten Krieges deutsches operatives Denken in die Verteidigungsplanungen und ihr Üben einbringen. Diesen Sachverhalt hat der Autor nicht behandelt. Sie sind in den “NATO Top Secret“ „General Defense Plan“ ( GDP) für die CENTRAL REGION eingeflossen und von in den ihnen unterstehenden deutschen und alliierten Truppen für deren Ebenen umgesetzt worden. In Truppenübungen der Bundeswehr und der Verbündeten wurden sie ständig geübt, überprüft und verbessert. Die amerikanischen „Supreme Allied Commanders Europe“ (SACEUR) haben das operative Denken der deutschen CINCENTs und ihre Umsetzung in die Planungen für den Aufmarsch und für das Üben der Verteidigung im Falle eines Angriffs des Warschauer Paktes gefördert.
So wurde das operative Konzept der Vorneverteidigung der Strategie der „Flexiblen Antwort“ („Flexible Response“) für einen möglichst beweglichen Einsatzes der Kräfte im engen Raum des damaligen integrierten Dispositivs, für den Einsatz operativer Reserven sowie die Luftunterstützung immer wirkungsvoller nach Grundsätzen deutschen operativen Denkens bis zum Ende des Kalten Krieges ausgestaltet. General von Sandrart, Inspekteur des Heeres von 1984 bis 1987 und CINCENT von 1987 bis 1991, ließ 1988 seine für das Deutsche Heer 1987 erlassene „ Leitlinie für die operative Führung von Landstreitkräften in Mitteleuropa“ vom Februar 1987 in „Operational Principles For the Employment of Land and Air Forces in Defense of the Central Region (CINCENT´s Operational Principles“ ) umsetzen. Sie haben in den Bereichen der Operationsplanung und geplanten Operationsführung die letzten Jahre des Kalten Krieges professionell durch deutsches operatives Denken gekrönt. Sie wurden nie als Rezepte für Siege mit eigener Grammatik aufgefasst, wie sie nach dem Ersten Weltkrieg die sogenannte Schlieffenschule in die Lehren des Generalfeldmarschalls hineininterpretiert hat, die man hätte befolgen müssen, um die Erste Marneschlacht vom September 1914 und den Krieg zu gewinnen.
Für die Bündnisverteidigung der NATO in unserer Zeit, wo immer sie notwendig werden sollte, in Europa, an den Flanken sowie in Krisengebieten, hat der Generalinspekteur von 1991 bis 1996 und danach „Chairman of the Military Committee“ von 1996 bis 1999, General Naumann, das strategische Konzept der militärstrategischen Gegenkonzentration für Krisenmanagement und bei dessen Scheitern freien Operationen in allen Gefechtsarten mit initiiert. Es ist aus Clausewitzens Auffassung von der Überlegenheit der strategischen Defensive abgeleitet, aus deren Dispositiv, falls seine Abschreckungs- und Krisenmanagementfunktion wirkungslos bleiben, freie Operationen in allen Gefechtsarten geführt werden sollen. Clausewitz bezeichnete sie als „blitzendes Schwert der Vergeltung“.
„Frühere Inspekteure des Heeres haben sich als herausragende operative Denker und Planer erwiesen“
Die Auffassung des Autors, die Elite der früheren Operateure sei in der Bundeswehr durch Militärpolitiker in ihrer dominierenden Stellung abgelöst worden und die Generalinspekteure und die Inspekteure des Heeres hätten mehr den Typ des Militärpolitikers verkörpert, eine Tatsache, die dem Mitwirken im Bündnis geschuldet sei, ist vor dem dargestellten Hintergrund unzutreffend. Die Generalinspekteure waren bis 2012 keine Oberbefehlshaber, die Inspekteure des Heeres jedoch kraft Amtes Operateure und operative Denker bei der Gestaltung der großen damaligen Heeresübungen auf der Grundlage der GDPs aller Ebenen. Sie waren in ihrer nationalen Verwendung für die Verteidigungsplanungen der drei deutschen Korps der CENTRAL REGION und des deutschen Territorialheeres in enger Verzahnung mit den verbündeten Truppen verantwortlich. In NATO- Verwendungen haben sich frühere Inspekteure des Heeres als herausragende operative Denker und Planer erwiesen.
Die Dienstvorschriftenreihe des Deutschen Heeres mit der Dachvorschrift HDv 100/100, „Truppenführung 2000“, und die „ Gedanken zur Operationsführung im Deutschen Heer“ von 1998 des damaligen Inspekteurs des Heeres, Generalleutnant Willmann, haben das Operieren im Rahmen der neuen Militärstrategischen Gegenkonzentration der NATO im Falle der Bündnisverteidigung neu akzentuiert.
General von Sandrart hatte die Operative Führung, noch bisherigem Verständnis folgend, an größere Truppenkörper gebunden. Sie ist in seiner Weisung und in der HDv 100/100 von 1987 so definiert worden. Der Inspekteur des Heeres von 1992 bis 1994 und danach CINCENT bis 2006, General Hansen, gab angesichts der neuen internationalen Krisenreaktionseinsätze der Bundeswehr mit ihren kleineren Truppenkörpern und ihrer engeren Anbindung an die politisch-strategische Ebene in seiner 1994 erlassenen „Vorläufigen Leitlinie für die operative Führung von Kräften des Heeres“ ihre Bindung an größere Truppenkörper auf und siedelte sie dort an, wo politische Vorgaben in operatives Handeln umgesetzt wird, unabhängig vom Umfang der jeweiligen Truppe. Sie ist in die HDv 100/ 900, Führungsbegriffe“, von 1998 und in die „Operative Leitlinie“ des Generalinspekteurs der Bundeswehr von 1999 aufgenommen und mit den Verbündeten und befreundeten Streitkräften abgestimmt worden. Sie gilt für die Bündnisverteidigung der NATO und für die internationalen Krisenreaktionseinsätze unserer Zeit. Die Renaissance des Wiederbelebens des operativen Denkens endete damit nicht, wie der Autor ausführt, in den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Neuere Arbeiten über das operative Denken und seine Entwicklung seit 1987 hat er übergangen. Das ist eine weitere Schwäche seiner Arbeit.
Der Autor hat – das ist ein weiterer Mangel - seine Arbeit nicht an den aktuellen, in den Dienstvorschriften des Heeres und den angeführten Operativen Leitlinien definierten Begriffen zur Operativen Führung ausgerichtet. Stattdessen hat er das operative Denken und die Operative Führung umständlich und losgelöst von den offiziellen Definitionen von heute hergeleitet und definiert. Das erschwert die Leserfreundlichkeit seiner Arbeit und das Nachvollziehen seiner Gedankenführung.
Die deutschen Generale und Generalstabsoffiziere, die in Verwendungen in Deutschland und in der NATO deutsches operatives Denken in operative Planungen umzusetzen vermochten, das unter dem Dach und Primat der politisch- strategischen Ebene bei einem Angriff des Warschauer Paktes zum Tragen gekommen wäre, handelten aus professionellen Gründen und nicht, wie dies der vom Autor als Experten für deutsches operatives Denken herangezogene langjährige Sozialwissenschaftler an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg, Dr. Martin Kutz, in seiner Agitation gegen die Wiederbelebung der operativen Führung durch General von Sandrart weis machen wollte, aus dem Antrieb, traditionalistische Wertevorstellungen zu revitalisieren und aus Schlieffenschen Denkmustern ewiggültige Handlungskonzepte zu destillieren. Dies losgelöst von der politisch-strategischen Ebene und ohne Berücksichtigung ökonomischer, sozialer und politischer Realitäten durch weiträumige Operationen, wie sie in den deutschen Armeen in den beiden Weltkriegen im Rahmen der angebeteten strategischen Offensive geführt wurden.
Weil der Autor keine Dienstvorschriften herangezogen hat, die nach 1987 erschienen sind, ist ihm entgangen, dass in der Reihe HDv 100/100 des Deutschen Heeres von 2000 die prekäre Lücke zwischen dem älteren Moltke und Clausewitz endgültig geschlossen wurde, dass im Krieg die Politik zu schweigen habe. Weiterhin, dass dort eine Absage an das sich nach Moltke entwickelte Dogma erteilt worden ist, die strategische Offensive sei der strategischen Defensive, wie sie Clausewitz dargestellt hat, und wie sie in der Militärstrategie der Gegenkonzentration der NATO verwirklicht ist, überlegen.
Heute gilt in Deutschland, bei den NATO-Verbündeten sowie befreundeten Streitkräften:
Die politisch-strategische Ebene erteilt den Auftrag zum Einsatz der Streitkräfte. Die militärstrategische Führung koordiniert den Einsatz der Kräfte, so dass die von der politisch- strategischen Ebene festgelegten Ziele erreicht werden. Die operative Führung entwickelt auf der Grundlage militärstrategischer Vorgaben ein operatives Konzept und setzt dieses in Weisungen und Befehle für die taktische Führung um. Es sei wiederholt: Entlang dieses Kompetenzen- und Aufgabengeflechts hätte der Autor seine Auffassungen darstellen sollen. Das wäre der Verständlichkeit seiner Arbeit zugute gekommen.
Der Autor, das durchzieht seine Arbeit wie ein roter Faden, hat sich leider von den Auffassungen und der unhaltbaren Kritik von Kutz an der Wiederbelebung des deutschen operativen Denkens nicht freizumachen vermocht. Sie wurzelt im untergegangenen utopischen, ideologischen und pädagogisch-moralisierenden Zeitalter, in dem die Schöpfer des operativen Denkens zwischen Scharnhorst und dem Grafen von Stauffenberg der römischen „Damnatio Memoriae“ verfallen sollten. Das mindert die Qualität der vorgebrachten Bewertungen für frühere Verhältnisse und Entwicklungen in unserer Zeit. Das ist eine weitere Schwäche seiner Arbeit.
„Dem Autor gelingen zutreffende Interpretationen, die bisherige Klischees vom Tisch fegen“
Dem Autor gelingen aber auch zutreffende, im Lichte neuer Dokumentenfunde begründete Interpretationen, die bisherige Klischees vom Tisch fegen: Bei der Darstellung der Roonschen Heeresreformen, bei seiner Bewertung der Schlieffen unterstellten Vorstellungen zur Führung eines zukünftigen Zweifrontenkrieges und bei der Kritik an der sogenannten Schlieffenschule und dem Reichsarchivwerk. Er stellt das Wirken des jüngeren Moltke gerechter dar als die Vertreter der Schlieffenschule, die diesem alle Schuld an der verlorenen Ersten Marneschlacht in die Schuhe schoben. Überzeugend behandelt der Autor divergierende Vorstellungen zwischen General der Infanterie von Seeckt und seinen Führergehilfen über den Ausbau der Reichswehr. Auch die Irrtümer des Chefs des Generalstabes des Heeres, Generaloberst Halder, im Vernichtungskrieg gegen Russland, vor allem von dessen zeitweilig geglaubten Erfolgsaussichten. Er kritisiert zutreffend Jehuda Wallachs überspitze Auffassung, Schlieffen habe ein regelrechtes „Dogma der Vernichtungsschlacht“ initiiert, das die Generalstabsoffiziere des Zweiten Weltkrieges geleitet habe.
Die Arbeit enthält eine Reihe von sachlichen Fehlern sowie Ungenauigkeiten. Einige werden im Folgenden behandelt:
Seit 1821 hatte in Preußen der Chef des Generalstabes die dienstliche Bezeichnung “Chef des Generalstabes der Armee“. Nicht die Generale der Kavallerie Graf von Waldersee und Graf von Schlieffen waren die ersten Chefs des Generalstabes der Armee, sondern der Generalleutnant von Müffling gen. Weiss. Der preußische Generalstab bestand im Frieden aus dem Großen Generalstab in Berlin, der Zentrale, und dem Truppengeneralstab mit den Generalstabsoffizieren bei den Armeekorps und Divisionen sowie den Festungen. Nach der Reichgründung nahm der preußische Generalstab die Funktion eines Reichsgeneralstabes wahr. Im Kriegsfall wurde der Chef des Generalstabes der Armee in seiner Funktion als erster Führergehilfe des Kaisers zum Chef des Generalstabes des Feldheeres, der Obersten Heeresleitung, der die gesamten Operationen des Feldheeres zu leiten hatte und mit dem Chef des Admiralstabes der Marine auf Zusammenarbeit angewiesen war. In Berlin verblieb im Kriegsfall der Stellvertretende Generalstab. In den Armeen, die erst im Kriegsfall aufgestellt wurden, und den später gebildeten Heeresgruppen wurden Offiziere des Truppengeneralstabes eingesetzt. Alle Generalstabsoffiziere unterstanden im Frieden und im Krieg dem Chef des Generalstabes der Armee, bzw. dem Chef des Generalstabes des Feldheeres.
Den in den illustrierenden Bildern der Arbeit aufgeführten Generalen hätte der Autor die Dienstgrade beifügen sollen, die sie im beschriebenen Amt hatte. Clausewitz war nicht General, sondern Generalmajor, damals der erste Generalsdienstgrad; von Rheyer General der Kavallerie, Schlieffen wurde erst nach seinem Ausscheiden aus dem Amt Generaloberst und Generalfeldmarschall.
Auch die Behauptung des Autors, der Generalstab habe vor dem Ersten Weltkrieg keinen Einfluss auf personelle und materielle Ressourcen genommen und gehabt, weil dies Aufgabe von Militärkabinett und Kriegsministerium gewesen sei, ist unzutreffend. Richtig ist vielmehr, dass Schlieffen als Chef des Generalstabes der Armee und sein Nachfolger, Generaloberst von Moltke, in oftmals spannungsreicher Zusammenarbeit mit dem Kriegsministerium das Reichsheer zur Kriegsfertigkeit vorbereiteten, durch die Einführung von Maschinengewehren, Flugzeugen, der Nutzung von Kraftfahrzeugen und der Telegrafie, durch die Einführung moderner Rohrrücklaufgeschütze und der Schaffung einer schweren Artillerie des Feldheeres, durch den Ausbau des Eisenbahnnetzes, moderne Dienstvorschriften und Truppenführerreisen. Die Feststellung des Autors, im Gegensatz zum Kaiserreich sei es dem Generalstab der Wehrmacht gelungen, die Rüstung aufgrund operativer Vorgaben zu steuern, ist daher nicht zutreffend.
Im Kaiserreich war das Miteinander von Generalstab, Kriegsministerium und Militärkabinett unter der Oberleitung des Kaisers viel weniger hierarchisch, ressortbeschränkt- und ausgerichtet, als der Autor dies dargestellt hat. Im Generalstab wollte Kaiser Wilhelm II. keine hierarchischen Verhältnisse der Offiziere untereinander. Die persönlichen Beziehungen der Chefs der drei Organisationen zum Kaiser – z.B. längere Zeit ein freundschaftliches Verhältnis von Waldersee zu ihm - waren die wirklichen Bestimmungsgrößen über ihren tatsächlichen Einfluss. Der Nimbus von Generalfeldmarschall Helmuth Graf von Moltke, dem Sieger der Schlachten von Königgrätz und im Deutsch- Französischen Krieg, räumte dem Generalstab nach Ansehen und Einfluss die führende Rolle vor dem Kriegsministerium ein.
„Die Führergehilfen hatten ihre unmittelbaren Vorgesetzten zu beraten“
Der Autor lässt an manchen Stellen den Eindruck entstehen, in der Preußischen Armee und dann im Deutschen Reichsheer hätten vor allem die Generalstabsoffiziere bei den Kommandobehörden das Sagen gehabt, und es hätte keine Kommandierenden Generale oder im Krieg Oberbefehlshaber der Armeen und Heeresgruppen gegeben, deren Führergehilfen sie waren. Die Truppenführer fassten nach Beratung durch ihre Generalstabsoffiziere im Rahmen des Führungsprozesses einer geordneten Stabsarbeit ihre Entschlüsse und führten ihre Truppen. Gewiss, im Ersten Weltkrieg entwickelte sich eine „Chefwirtschaft“ unter General der Infanterie Ludendorff, der als Erster Generalquartiermeister ab 1916 Chefs der Generalstäbe der Großverbände häufig ohne Rücksprache mit den ihnen vorgesetzten Kommandierenden Generalen sowie Oberbefehlshabern ablöste und austauschte. Dieser Verfahren wurde nach dem Ersten Weltkrieg ausdrücklich abgelehnt und im Handbuch für den Generalstabsdienst im Kriege von 1939 angeordnet, dass die Führergehilfen ihre unmittelbaren Vorgesetzten zu beraten hatten und nicht mehr wie bisher für ihre Führerentschlüsse Mitverantwortung trugen.
Auch der Sachverhalt, dass deutsche Dienstvorschriften – aus Clausewitzens Erkenntnissen und Forderungen abgeleitet – im Gegensatz zur Jominischule keine Einzelheiten für die Durchführung von Operationen, sondern nur Grundsätze enthalten sollen, die in einem ständig verlaufenden Führungsprozess – nicht „Führungsvorgang“, wie der Autor sagt - mittels des Prinzips „Führen mit Auftrag“ in Schlacht und Gefecht von diesem umgesetzt werden, wird nicht deutlich genug herausgearbeitet. Die Behauptung des Autors, der Führungsprozess beginne mit der Beurteilung des Geländes, ist unzutreffend. Er beginnt seit dem älteren Moltke mit der Auswertung des Auftrags und Beurteilung der Feindlage. Dessen Erkenntnis, kein Operationsplan reiche über den ersten Schuss hinaus, verbot vorausdisponierende, detaillierte Anweisungen für das Führen von Schlacht und Gefecht nach abgeschlossenem Aufmarsch, die ein freies, lagegerechtes Operieren verhindern würden. In anderen Armeen, die stärker als die Deutschen unter dem Einfluss von Jomini standen, war dies lange anders.
Das wussten und befolgten im Kalten Krieg auch die CINCENTs und die ihnen nachgeordneten deutschen und verbündeten Truppenführer der CENTRAL REGION. Die „Architektur“ ihrer GDPs trugen dieser Erkenntnis, die sich in der preußisch deutschen Militärkultur entwickelt hatte, Rechnung. Operative Führung konnte und wollte vor diesem Hintergrund nie fehlende politische Oberleitung ersetzen, weder im Kalten Krieg, beim Aufmarsch in ein multinational verflochtenes Dispositiv der militärstrategischen Gegenkonzentration der NATO von heute und dem freien Operieren aus ihm heraus oder in den internationalen Krisenreaktionseinsätzen unserer Zeit. Allerdings haben zahlreiche unprofessionelle und verbohrte Angehörige der Schlieffenschule nach dem Ersten Weltkrieg solche Auffassungen vertreten.
Ist es vor diesem Hintergrund wirklich zutreffend, dass, wie der Autor feststellt, die deutsche Militärelite in der Vergangenheit und auch heute noch über keinen Strategiebegriff verfügt habe und verfüge, der durch den Primat der Politik bestimmt war und bestimmt ist? Hat diese Auffassung des Autors ihre Wurzeln in der von Kutz vermuteten Gefahr einer Verselbstständigung des deutschen operativen Denkens und der daraus abgeleiteten Operativen Führung und eines angenommenen Drangs ihrer Vertreter, sich der Oberleitung der politisch- strategischen Ebene entziehen zu wollen? Hitler vereinte in seiner Hand wie nie zuvor in Deutschland die politische und militärische Leitung. Der Generalstab des Heeres hatte seine politisch- strategischen und militärstrategischen, in vielen Fällen auch taktischen Vorgaben in operative Weisungen umzusetzen und hatte keinen Einfluss auf die Bereitstellung adäquater Mittel und Kräfte. Er hatte ganz einfach zu gehorchen.
„Planen und Handeln hatten nie mythologische Züge“
Deutsches operatives Denken, das in der deutschen Militärkultur in Armeen der Vergangenheit und in der Bundeswehr entwickelt wurde und im multinationalen Miteinander mit unseren Verbündeten weiter ausgestaltet werden konnte, ist von deutschen Offizieren erfolgreich in das Bündnis der NATO eingebracht worden. Dies im Kalten Krieg, in unserer Zeit bei der Bündnisverteidigung im Rahmen der Militärstrategischen Gegenkonzentration und auch bei internationalen Krisenreaktionseinsätzen. Es entfaltet sich unter einem wirkungsmächtigen, funktionierenden politisch- strategischen Dach von verbündeten Rechtsstaaten. Seine maßgeblich im preußisch- deutschen Generalstabssystem entwickelten Arbeitsmethoden und die Umsetzung seiner Planungen mittels des Prinzips „Führen mit Auftrag“ durch Führungskunst war schon immer eine beinharte professionelle Herausforderung an deutsche Truppenführer und Generalstabsoffiziere. Operatives Denken, Planen und Handeln hatte daher für Fachleute nie mythologische Züge wie der Buchtitel suggeriert.
Diese Linien hätten in der vorliegenden Arbeit herausgearbeitet und deutlicher werden müssen. Das ist dem Autor noch nicht gelungen. Die Arbeit behandelt das Thema, das sich der Autor gestellt hat, im Detail bis zum Jahre 1987 aus deutscher Sicht. Er unterschlägt damit den Sachverhalt, dass damals bereits deutsches operatives Denken, Planen und Führen im NATO- Bündnis zum Tragen gekommen war. Die Zeit danach bis heute behandelt er nur splitterhaft. Manche Interpretationen des Autors sind angreifbar und auch fehlerhaft. Damit ist die Arbeit in der vorgelegten Form für den Bereich des deutschen operativen Denkens in der Vergangenheit und Gegenwart bedauerlicherweise ein Torso geblieben. Dennoch ist sie lesenswert und regt zum Nachdenken an. Die Arbeit von Oberst Dr. Groß verdient, unter Hinzuziehung von professionellem Rat durch Generalstabsoffiziere, die sich in der Geschichte des preußisch- deutschen Generalstabssystems, seines Wirkens in der heutigen Bundeswehr und der Verhältnisse bei den verbündeten Armeen auskennen, überarbeitet und ergänzt zu werden. Die wissenschaftliche Behandlung des Themas ist überfällig und für das Selbstverständnis heutiger Offiziere wichtig.
Gerhard P. Groß
"Mythos und Wirklichkeit, Geschichte des operativen Denkens im deutschen Heer von Moltke d. Ä. bis Heusinger"
Ferdinand Schöningh 2012, Paderborn. München. Wien. Zürich, Euro 39,90.
Besprechung von Christian E.O. Millotat
Literatur und Filme, die sich in Deutschland mit dem Zweiten Weltkrieg befassen, stülpen gerne die Glocke heutigen Wissens über die gesamte Wehrmacht: Den Judenmord, den Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion sowie von deutschen Soldaten, Einsatzgruppen der SS, Polizeiangehörigen und NS - Funktionären begangene Kriegsverbrechen. Ihre Angehörigen werden dann pauschal nach allen diesen Facetten bewertet. Das war das Leitmotiv der Wehrmachtausstellung, und das ist in jüngster Zeit in dem im Fernsehen gezeigten dreiteiligen Film „Unsere Mütter, unsere Väter“ wiederum deutlich geworden. Seine Regisseure haben alle Formen begangener Kriegsverbrechen der Deutschen zusammengemengt. Vertreter dieser Gruppe stellen sich auf den Standpunkt, jeder Soldat, wo immer er eingesetzt war, hätte diese Verbrechen erkennen und heroisch gegen sie einschreiten oder zumindest Fahnenflucht begehen müssen. Mit Teilnehmern am Zweiten Weltkrieg zu sprechen, ihre individuellen Erfahrungen zu erforschen ohne Verbrechen kleinreden oder entschuldigen zu wollen, ist versäumt worden. In Deutschland sind das Verstehen blockierende Barrieren aus vielerlei Gründen entstanden. Sie beeinflussen bis auf den heutigen Tag die Frage nach der Traditionswürdigkeit herausragender Wehrmachtsoldaten. Der Doyen der österreichischen Militärhistoriker, Johann Christoph Allmayer - Beck, blättert im 95. Lebensjahr in seinem Buch seine Erlebnisse und Prägungen als Berufsoffizier der Wehrmacht auf: Als 1938 aus der Österreichischen Bundesarmee nach dem „Anschluss“ als Oberfähnrich der Artillerie in die Wehrmacht übernommener Soldat, als Teilnehmer am Polen- und Westfeldzug und am Krieg gegen die Sowjetunion in den Verwendungen als Batterieoffizier, Abteilungs- und Regimentsadjutant, Batteriechef und Ordonnanzoffizier im Stab der 21. Infanterie Division sowie der 10. Panzergrenadierdivision und als sechsundzwanzigjähriger Hauptmann als Lehrgangsteilnehmer am letzten dreimonatigen 16. Generalstabslehrgang des Heeres, der nicht mehr zu Ende geführt werden konnte und dessen Teilnehmer in Kriegsgefangenschaft gerieten. So ist er nicht mehr Generalstabsoffizier geworden, was er sich zum Berufsziel als aktiver Offizier gesetzt hatte. Im Nachwort seines Buches führt der Autor - vielen der heutigen Interpreten des Zweiten Weltkrieges entgegenstehend - aus, in der Heimat und in der Etappe hätte man über die Verbrechen im Kriege eben mehr gewusst als vorn in den Kampf - und Gefechtsständen. Dort habe man als Nachrichtenquellen nur den offiziellen Rundfunk, Frontzeitungen und zensierte Feldpost gehabt. Von den Verbrechen der Einsatzgruppen der SS und der Nazifunktionäre habe man an der Front nur gerüchteweise und in abgemilderter Form gehört. Er habe nach dem Krieg Geschichte studiert, weil er erkannt habe, dass er derart belogen worden sei und nun wissen wolle, wie es wirklich war. Das Geschichtsstudium sollte ihm die einem jungen Frontoffizier verborgenen höheren Ebenen der Kriegsführung erschließen, über die heutige Interpreten des damaligen Geschehens vollständig zu verfügen glauben. Sie setzen ihr Wissen als moralische Keule ein.
Das Offizierkorps des Heeres, in das Allmayer - Beck übernommen wurde, war von 1933 bis 1939 von 4.000 auf 89.073 angewachsen. Die Offizierausbildung wurde von vier auf zwei Jahre verkürzt, die Zahl der Offizierbewerber ständig erhöht. 400 Unteroffiziere wurden Offizier, etwa 2.500 Offiziere der kasernierten Polizei übernommen; ebenfalls 800 bereits pensionierte Offiziere und 6.000 sogenannte Ergänzungsoffiziere, die nach dem Ersten Weltkrieg hatten ausscheiden müssen. 300 Assessoren, Referendaren und Rechtstudierenden wurde der Eintritt in die Offizierlaufbahn erleichtert. Die militärische Führung des Heeres und das Heerespersonalamt sorgten sich zunehmend über die schwindende soziale Homogenität des Offizierkorps. Von den 3.100 Offizieren der Österreichischen Bundesarmee wurden 1.600 in die Wehrmacht übernommen. 1.500 wurden aus politischen und „rassebiologischen“ Gründen entlassen. 92 aus dieser Gruppe dienten im Verlauf des Krieges als Generale, einer als Konteradmiral. Der Feldmarschall der k.u.k Armee, Eduard von Böhm - Ermolli, wurde charakterisierter deutscher Generalfeldmarschall. Diese Offiziere, vor allem aber die jüngeren, waren hoch willkommen. Im dreijährigen Studium an der Theresianischen Militärakademie in Wiener Neustadt, ab 1936 mit einem vorausgehenden Jahr als Einjährig Freiwilliger, waren sie hervorragend ausgebildet worden. Die meisten von ihnen entstammten der sogenannten Zweiten Gesellschaft Österreichs, die dort ab der Mitte des 19. Jahrhunderts die Elite des aufsteigenden, liberalen und kaisertreuen Bürgertums gebildet hatte. Sie waren eine kleine, aber homogene soziale Gruppe. Viele, wie die Familie des Autors, waren nobilitiert worden. Ende 1944 dienten im Heer 73.600 aktive und 280.000 Reserveoffiziere bei einem Fehl von 13.000. 76.614 Offiziere des Heeres sind gefallen, 107.265 wurden verwundet, 27.260 sind vermisst oder gerieten in Gefangenschaft. Trotz ununterbrochenem Fronteinsatz wurde der Autor nie schwer verwundet und überlebte den Krieg. Er führt dies auf göttliche Fügung zurück. Er fühlte sich von höherer Hand durch die Fährnisse des Krieges geleitet. Die Theresianer wurden in Standorte im ganzen Reich versetzt, die älteren beiden Jahrgänge als Leutnante, der dritte, zu dem Allmayer - Beck gehörte, als Oberfähnriche. Sie sollten sich fachlich in die moderneren und größeren deutschen Verhältnisse hineinfinden und keine österreichischen Traditionen pflegen. Der damit verbundene Anpassungsprozess ist vom Autor rasch bewältigt worden. Mit Beginn des Krieges gegen Polen war er fachlich mit seinen deutschen Kameraden auf Augenhöhe. Im Artillerie Regiment 21 in Ostpreußen, weit von Wien entfernt, wuchs er in das Offizierkorps seines Regiments hinein. Er verstand sich als deutscher Offizier. Dort herrschten bis in den Krieg hinein innere Geschlossenheit und die stark ausgeprägten Umgangsformen des Offizierkorps der früheren Reichswehr und eine scharfe Abschottung gegen Funktionäre der Nationalsozialisten. Die Gutsherren - und Adelswelt Ostpreußens nahm ihn gastlich auf. Er wuchs in diese auch für viele damalige Deutsche fremde Welt rasch hinein und lernte sie schätzen. Seine familiäre Herkunft war dabei hilfsreich. Gestützt auf Tagebuchnotizen und Briefe an die Eltern schildert der junge Offizier seine täglichen Erlebnisse im Polen - und Westfeldzug und in dem immer härter werdenden Krieg gegen die Sowjetunion. Von Zweifeln am Sinn dieses Krieges war er nicht befangen. Seinen langjährigen und fordernden Abteilungs- und Regimentskommandeur, Oberst Dr. Brechtel, beschreibt er als versierten und führungsstarken Vorgesetzten. Seinen menschlich und fachlich herausragenden Kommandeur der 21. Infanterie Division, den späteren Mitschöpfer des Bundesgrenzschutzes und nach Übertritt in die Bundeswehr Kommandierenden General des I. Korps in Münster, Generalmajor Gerhard Matzky, bewundert der Autor als Generalstabsoffizier und Truppenführer „ comme il faut“, an dem er sich orientierte. Der I a (heute Chef des Stabes) der 10. Panzergrenadierdivision, der spätere Generalinspekteur der Bundeswehr, Ulrich (nicht Karl- Ernst) de Maizière, machte ihn als Ordonnanzoffizier mit seinem differenzierten Urteil über den Attentäter des 20. Juli 1944, Oberst i.G. Claus Graf Schenk von Stauffenberg, nachdenklich: Wenn man Stauffenberg gekannt habe, so de Maizière, müsse man mit negativen Urteilen über ihn, die damals in der Truppe vorherrschten, vorsichtiger sein. Dann müsse hier etwas vorliegen, was man nicht sofort übersehen könne.
Die Schlachten und Gefechte im Zweiten Weltkrieg werden in der Literatur überwiegend aus der Perspektive des Kämpfers dargestellt, des Infanteristen, des Panzermannes, des Pioniers und des Vorgeschobenen Artilleriebeobachters. Allmeyer - Beck beschreibt wie selten ein Autor vor ihm das immer wichtiger werdende „ Feuerrückgrat“ der Artillerie für die Kampftruppe, das bei den Abwehrschlachten - und Gefechten in Russland ständig an Bedeutung gegen die überlegenen Panzer und Kampfmittel der Roten Armee gewann: Die professionell bewältigte Kombination pferdebespannter mit motorisierter Artillerie, das in der Wehrmacht ein Verhältnis von 40 zu 60 hatte. Direktes Richten der Artillerie gegen russische Panzer, spät erst mit panzerbrechender Munition. Die Einbindung der Flugabwehrtruppe der Luftwaffe in die Feuerpläne und den Feuerkampf der Artillerie, meistens zur Panzerbekämpfung.
Der Autor trägt schwer an Verlusten von Kameraden. Es ist zu hoffen, dass sein Buch dazu aufrütteln wird, die in Deutschland so fest gefügten geistigen Barrieren zu überwinden, die sich dem Verstehen der Gründe des Handelns, Irrens, von Tapferkeit, Feigheit und Leid sowie des Bewältigens von Tod und Verwundung, mit denen die Soldaten der Wehrmacht häufig neben verbrecherischen Aktionen der Staatsführung, der SS und der Organe des Hitlerregimes konfrontiert waren, nachzuvollziehen und gerechter als bisher zu würdigen. Dieser Ansatz verbietet pauschale Verurteilungen moralisierender Ideologen aus den Generationen der Nachgeborenen.
Johann Christoph Allmayer-Beck
„Herr Oberleitnant, det lohnt doch nicht!
Kriegserinnerungen aus dem Jahre 1938 bis 1945“
Böhlau Verlag, Wien 2013, Euro 39,00
"Tradition für die Bundeswehr, Neue Aspekte einer alten Debatte", hrsg. von Eberhard Birk, Winfried Heinemann, Sven Lange, Carola Hartmann Miles- Verlag Berlin 2012, Euro 19.80
Die Rezensionen hat GenMaj a.D. Christian E.O. Millotat verfasst.
Das Buch, "Tradition für die Bundeswehr", will zur Diskussion über eine neu akzentuierte, die Erfahrungen aus den internationalen Krisenreaktionseinsätzen der Bundeswehr berücksichtigende und Denkmuster des Kalten Krieges ablegende Traditionspflege in der Bundeswehr im Einsatz nach Aussetzung der Allgemeinen Wehrpflicht anregen. Es soll auch konkrete Anstöße zur Neufassung des Traditionserlasses von 1982 geben. Nachdem der Aufruf von Verteidigungsminister Dr. Thomas de Maizière zu einer erneuerten Traditionsdebatte bei der Wiedereröffnung des Militärhistorischen Museums in Dresden am 14. Oktober 2011 bei der Truppe und in der Öffentlichkeit ohne Echo verhallt ist, wollen die 15 Autoren des Buches mit nicht miteinander verzahnten Beiträgen diese vom Minister gewollte Diskussion anregen helfen. Das Autorenteam besteht aus sechs Offizieren der Bundeswehr, einem Marineoffizier der früheren Nationalen Volksarmee sowie neben dem Abteilungsleiter Politik im Verteidigungsministerium in der Materie bewanderten „Schlachtrössern" wie Donald Abenheim ( USA), Rolf Clement, Herfried Münkler, Cora Stephan und Rüdiger Wenzke. Unter den Autoren befindet kein höherer Truppenführer mit Einsatzerfahrung. Die Herausgeber schließen ihr Buch mit einem Entwurf eines zukünftigen Traditionserlasses ab.Die Autoren sind von der Notwendigkeit einer aktualisierten Traditionspflege in der Bundeswehr überzeugt und grenzen Tradition von militärischem Brauchtum ab. Sie halten einen neuen Traditionserlass für erforderlich. Sie verweisen darauf, dass Traditionspflege in den verbündeten Streitkräften einfacher und mehr an Offizierpersönlichkeiten und Kriegshelden ausgerichtet ist als in der Bundeswehr. Sie konstatieren die anhaltenden Wirkungen des Schattens von Stalingrad, der in Deutschland die Traditionspflege der Bundeswehr in unserer postheroischen Gesellschaft noch immer beeinflusst. Sie stellen die Abneigung der deutschen Bevölkerung gegen in bewaffneten internationalen Konflikten und Kriegen kämpfende Soldaten der Bundeswehr heraus und fragen, was für einen Soldatentypus die deutsche Bevölkerung wolle, den privaten Krieger, den archaischen Kämpfer oder den technokratisch-ökonomischen Macher. Sie arbeiten heraus, dass sich die Traditionspflege in der Bundeswehr an dem Wertekatalog des Grundgesetzes orientieren muss, stellen im Bereich des Themas rigides Schwarz- Weiß – Denken fest und bemängeln das Fehlen von Zwischentönen. Ein Autor entwickelt Traditionsfelder für heutige Soldaten: Die Bewährung im Einsatz, die Tradition des Helfens, die Tradition des Führens mit Auftrag, die Tradition multinationaler Zusammenarbeit und die Tradition des Dienens. Ein anderer stellt eine Traditionsliste der Einsätze der beiden letzten Jahrzehnte auf und bewertet ihre Erfolge. Auch untragbare Benennungen von Kasernen nach Offizieren, die sich zum Nationalsozialismus bekannten und Kriegsverbrechen begangen haben und Traditionsräume in den Kasernen werden behandelt. Ein Autor entwickelt Gedanken für ein europäisches Traditionsverständnis, ein anderer stellt heraus, dass Verbündeten die deutsche Traditionspflege nie verstanden hätten und plädiert für eine Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung der Inneren Führung als deutschem Markenzeichen auch im Zeitalter internationaler Krisenreaktionseinsätze. Die Tendenz einer Internationalisierung der Armee im Einsatz und die umstrittenen Reizbegriffe „Gefallene", „Krieg", „Veteranentag", „militärische Auszeichnungen" sowie die große Ablehnung der deutschen Bevölkerung von internationalen Krisenreaktionseinsätzen sowie seine Gründe werden überzeugend diskutiert. Dieser unvollständige Streifzug durch Inhalte der Beiträge des Buches zeigt, wie umfassend das Thema Tradition in der Bundeswehr behandelt worden ist.Keiner der Autoren befasst sich mit der Frage, ob die Bundeswehr Traditionserlasse braucht und nimmt vertieft Stellung zu den beiden Erlassen von 1985 und 1982, ihren Zielen und Wirkungen in Truppe und deutscher Öffentlichkeit. Im Juli 1965 hat Verteidigungsminister Kai - Uwe von Hassel mit dem Erlass "Bundeswehr und Tradition" versucht, den in der jungen Bundeswehr praktizierten Traditionsformen Richtung und Grenzen vorzugeben. Er wollte damit den an einigen Stellen entstandenen „Wildwuchs" im Bereich gepflegter Kontakte mit früheren Soldaten der Wehrmacht einhegen. Es wäre besser gewesen, wenn ein solcher Erlass 1957, im Jahr der Aufstellung der Bundeswehr, vorgelegen hätte. 1965 hatte er den Charakter einer Reaktion auf unerwünschte Entwicklungen im Bereich der Traditionspflege. Tradition wurde als Überlieferung des gültigen Erbes der Vergangenheit und Teil der soldatischen Erziehung definiert. Das Verbot, Traditionen ehemaliger Truppenteile der Wehrmacht an Truppenteile der Bundeswehr zu verleihen, führte zu Potest und Unverständnis. Truppenteile der jungen Bundeswehr hatten solche Traditionen seit 1957 übernommen und pflegten sie rege. Der Erlass trieb zwischen frühere Wehrmachtsoldaten und Bundeswehr einen Keil. Er hinterließ eine Wunde, die nie mehr vollständig geschlossen werden konnte.1) Die Wehrmachtsregelung des Erlasses wurde vielfach als ungerecht und unkameradschaftlich von der Truppe und den früheren Soldaten empfunden. Aus deren Sicht bewährte Traditionsverbindungen mussten aufgelöst werden. Der Erlass war in der Aufbauphase des Offizierkorps der Bundeswehr aus Sicht der politisch- strategischen Führung der Bundesrepublik Deutschland wahrscheinlich notwendig. 1963 dienten in der Bundeswehr 22800 Offiziere. 13000 stammten aus der Wehrmacht, andere aus der Gruppe der Beamten, die 1957 aus dem Bundesgrenzschutz freiwillig in die Bundeswehr eingetreten waren, dem Reichsarbeitsdienst, den Bereitschaftspolizeien der Länder, den Dienstgruppen der alliierten und eine kleine Zahl aus der Waffen SS. Einige waren erst Anfang 1956 aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft heimgekehrt und hatten nicht am Aufbau der Bundesrepublik Deutschland teilnehmen können. Von den übernommenen Wehrmachtsoffizieren kamen 2. 750 aus der Unteroffizierlaufbahn, 400 waren in der Bundeswehr Offiziere geworden. Der Anteil früherer Reserveoffiziere ohne systematische Ausbildung zum Erzieher und Ausbilder war hoch. Hinzu kamen mit steigender Zahl die ersten in der Bundeswehr ausgebildeten jungen Offiziere. Mit Idealismus, Schwung sowie Improvisationsvermögen haben diese Offiziere die junge Bundeswehr aufgebaut und auf Kriegstüchtigkeit ausgerichtet. 2) In der Traditionspflege waren sie aber aus Sicht der Führung unsicher, hatten Irrwege beschritten und bedurften der Führung durch den Bundesminister der Verteidigung. Am 20. September 1982, in seinen letzten Tagen als Bundesminister der Verteidigung, erließ Hans Apel die noch immer gültigen "Richtlinien zum Traditionsverständnis und zur Traditionspflege in der Bundeswehr", die den Erlass von 1965 ablösten. In ihnen wurde angeordnet, dass Begegnungen im Rahmen der Traditionspflege nur mit solchen Verbänden und Personen erfolgen dürfen, die in ihrer politischen Grundeinstellung den Werten und Zielvorstellungen unserer verfassungsmäßigen Ordnung verpflichtet sind. Das Verbot des Vorgängererlasses, Traditionen ehemaliger Truppenteile der Wehrmacht zu verleihen, wurde auf alle früheren deutschen Streitkräfte ausgedehnt. Es sollen nur solche Zeugnisse, Haltungen und Erfahrungen aus der Geschichte bewahrt werden, die als ethische und rechtsstaatliche, freiheitliche und demokratische Traditionen auch für unsere Zeit beispielhaft und erinnerungswürdig sind, also vor allem Geschehnisse, in denen Soldaten über die militärische Bewährung hinaus an politischen Erneuerungen teilhatten, die zur Entstehung einer mündigen Bürgerschaft beitragen und den Weg in ein freiheitliches, republikanisches und demokratisches Deutschland gewiesen haben. 3) Der "Aufstand des Gewissens" gegen Hitler vom 20. Juli 1944 wird im Erlass nicht erwähnt. Der Passus über ihn, erklärte später sein Verfasser, sei im Zeitalter von Klebstoff und Schere im Verteidigungsministerium auf dem Vorlageweg verloren gegangen.Vor der Übernahme des Bundesministeriums der Verteidigung kündigte Manfred Wörner mehrfach an, er werde den Apelschen Traditionserlass sofort aufheben. Offenbar hat die sogenannte Kießlingaffäre, aus der sich der Minister nur mühsam retten konnte, diesen Plan in den Hintergrund treten lassen. Wörner und später Verteidigungsminister Volker Rühe betonten aber häufig, dass Soldaten der Wehrmacht, die weder exponierte Nationalsozialisten waren noch Verbrechen begangen hatten und durch herausragende Taten im Krieg hervorgetreten sind, Vorbilder für Soldaten der Bundeswehr sein können, auch wenn die Wehrmacht als Ganzes nicht tradierwürdig sein könne. Sie stellten sie neben die Soldaten, die am 20. Juli 1944 Hitler beseitigen wollten. Diesen Weg ging auch Staatspräsident Mitterrand bei der Feier zum fünfzigjährigen Ende des Zweiten Weltkriegs in Berlin, wo er über die Soldaten der Wehrmacht sagte: "… Sie waren tapfer. Sie nahmen den Verlust des Lebens hin. Für eine schlechte Sache, aber diese ihre Heldentat hatte damit nichts zu tun. Sie liebten ihr Vaterland. Das muss man sich klarmachen. …"4) Siebzehn Jahre später, am 22. November 2012, sagte Staatsminister a.D. Klaus von Dohnanyi über die Soldaten der Wehrmacht: … Weil der Zweite Weltkrieg… von so unvorstellbaren deutschen Verbrechen begleitet war, fällt es der Öffentlichkeit heute schwer, dennoch der Tapferkeit und des Mutes der toten Soldaten auch dieses … Weltkrieges in Ehren zu gedenken. … Ich möchte … heute sagen, dass solche Bedenken unbegründet sind. Denn die weitaus größte Zahl der deutschen Soldaten des Zweiten Weltkrieges war genauso ehrenhaft, genau so tapfer und genauso pflichtbewusst wie die Soldaten Polens, Frankreichs, Englands, Russlands oder der USA, und aller anderen kriegsteilnehmenden Nationen. … Im Krieg selbst, an der Front, standen … alle Soldaten … in der Pflicht der Kameradschaft und schließlich hatten sie auch das Gefühl, ihr Vaterland vor dem Eindringen der Kriegsgegner schützen zu sollen. …"5) Diese Aussagen beider Politiker sollten für die Einbeziehung von Soldaten der Wehrmacht in die zukünftige Traditionspflege der Bundeswehr Richtschnur werden.Nachdem in einer Ansprache an der Führungsakademie der Bundeswehr Verteidigungsminister Rudolf Scharping die Traditionspflege auf die Inseln „Befreiungskriege", "20. Juli 1944" und "in der Bundeswehr entwickelte Tradition" reduziert hatte, erließ 1999 der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Helmut Willmann, einen „Wegweiser für die Traditionspflege im Heer", der die Traditionspflege auf diese drei Inseln reduzierte. Was diesen außerordentlich verdienstvollen Inspekteur des Heeres hierzu bewegt und wer ihn dabei beraten hat ist nicht bekannt.6) Der Traditionserlass von Minister Apel und Willmanns „Wegweiser" sind Kinder des untergegangenen utopischen, ideologischen und pädagogisch - moralisierenden Zeitalters und seiner retrospektivischen Traditionskonstruktionen voller Gebote, Verbote und Gängelungen.7) Im Traditionserlass von 1982 befinden sich keine Hinweise auf ethische sowie berufsfachliche tradierwürdige Elemente der deutschen Militärkultur und ihrer Schöpfer wie das preußisch- deutsche Generalstabssystem, die in ihm entwickelten Verfahren der Stabsarbeit sowie Befehlstechniken und das Prinzip Führen mit Auftrag. Im Traditionserlass angelegt und in Willmanns „Wegweiser" weiter ausgeführt, werden alle bedeutenden deutschen Soldaten, die unsere Militärkultur zwischen den preußischen Heeresreformen und dem 20. Juli 1944 entwickelt und gestaltet haben, der römischen „Damnatio Memoriae" unterworfen, im antiken Rom die höchste Strafe für einen Bürger. Herausragende deutsche Soldaten zwischen diesen Traditionsinseln wurden fortan vor allem nur noch in den Militärakademien, höheren militärischen Ausbildungsstätten sowie Universitäten der Verbündeten behandelt. Das hat bei deutschen Offizieren zu historischen Defiziten geführt und erschwert das Finden ihres Selbstverständnisses als in der internationalen Soldatenfamilie von heute.Beide Erlasse und Willmanns "Wegweiser" wirkten auf viele frühere Soldaten verstörend und verletzend. Es muss bei Neuregelungen der Traditionspflege vermieden werden, dass zwischen früheren Soldaten aus der Zeit des Kalten Krieges ohne Einsatzerfahrung und heutigen Soldaten, die von den internationalen Krisenreaktionseinsätzen geprägt sind, erneut ein spaltender Keil getrieben wird.Eine historisch fundierte, Soldatenherzen erwärmende Traditionspflege soll heutigen Soldaten beim Bewältigen der Gegenwart helfen und ihr soldatisches Selbstverständnis schärfen. Das sind vor allem die heutigen internationalen Krisenreaktionseinsätze, in denen sie sich Seite an Seite mit ihren Verbündeten bewähren. Die emotionale Seite der Traditionspflege ist in der Bundeswehr lange unterschätzt worden. Ihre ideologische Einhegung sowie alle Versuche, sie umzusetzen, haben hierzu beigetragen. Traditionspflege in der Bundeswehr im Einsatz schärft die Konturen der deutschen, von bedeutenden Soldaten entwickelten Militärkultur, die ihren Charakter bestimmt und für die uns unsere Verbündeten beneiden. Der Orientierungspunkt sowie Eckpfeiler einer solchen Traditionspflege als Maßstab für deutsche Soldaten sind das Grundgesetz und die Regelungen für unsere Parlamentsarmee durch das Bundesverfassungsgericht. Auch aus diesem Grunde können die Traditionen der in NATO und Europäischer Union verbündeten Armeen nicht miteinander verschmolzen werden, wie es einem der Autoren in seinem Aufsatz offenbar vorschwebt. Es wird aber eine weitgehende Annäherung und gegenseitige Ergänzung geben, bei der jede Armee ihre spezifische Militärkultur bewahrt und pflegt wie die vielen Armeen und Kontingente in Kriegen der Vergangenheit, beispielsweise zur Zeit Napoleons, Wellingtons , Kaiser Wilhelms I. , in den beiden Weltkriegen und in vielen weiteren Kriegen. Diese frühen Formen der Multinationalität warten noch immer auf eine wissenschaftliche Untersuchung. Diese könnte tradierwürdige Felder für die Traditionspflege in unserer Zeit herausfinden.Ein zukünftiger Traditionserlass, wenn er denn für unerlässlich gehalten wird, sollte dem Clausewitzischen Axiom folgen, nur Grundsätze zu formulieren. Gebote und Verbote, Wörter wie "soll", "muss" oder Aussagen einschränkende Formulierungen sollten in ihm vermieden werden. Er muss in evozierendem Deutsch abgefasst werden. Die Prolegomena für neue Traditionsrichtlinien der Bundeswehr am Ende des Buches sollten unter Berücksichtigung dieser Feststellungen und Linien überarbeitet werden.Das Buch erreicht das von seinen Autoren formulierte Ziel. Es regt durch eine breitgefächerte Bestandsaufnahme zum Bereich Tradition in der Bundeswehr zum Nachdenken an. Es ist ihm zu wünschen, dass es hilft, die Diskussion über die Traditionspflege in der Bundeswehr anzuschieben. Hierbei besteht aber kein Zeitdruck. Es sollte abgewartet werden, bis die Einsatzerfahrungen, vor allem aus Afghanistan, für den Bereich der Traditionspflege der Bundeswehr wirklich tragfähig sind. Die aufgelöste Nationale Volksarmee bietet keine tradierwürdigen Elemente für die Bundeswehr.Anmerkungen:1)Vgl. Bundeswehr und Tradition, Erlass des Bundesministers der Verteidigung, Fü B I4 – Az. 35-08-07 vom 02. Juli 1965.2) Offizierzahlen der frühen Bundeswehr bei Georg Meyer, Zur inneren Entwicklung der Bundeswehr, in: Anfänge westdeutscher Sicherheitspolitik, Band 3, hrsg. vomMilitärgeschichtlichen Forschungsamt, München 1993, S. 1152 – 1161.3) Vgl. Bundesministerium der Verteidigung, FüS I 3 – Az 35 – 08 – 07, Richtlinien zum Traditionsverständnis und zur Traditionspflege in der Bundeswehr, in: Der Bundesminister der Verteidigung, Führungsstab der Streitkräfte ( Fü S I 4), ZDv 10/1, Innere Führung, Selbstverständnis und Führungskultur der Bundeswehr, Bonn, 28. 01. 2008.4) Francois Mitterand, Ansprache Über Deutschland. Insel- Verlag, Frankfurt amMain und Leipzig 1995, S.199 ff.5) Totengedenken, Gedenkansprache von Klaus von Dohnanyi bei der zentralen Gedenkfeier am Ehrenmal des Heeres auf dem Ehrenbreitstein in Koblenz am 22. November 2012, in: Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., Arbeit für den Frieden 2013, Band 111.6) Vgl. Bundesministerium der Verteidigung, Inspekteur des Heeres, Fü H I 1 – Az 35-31-01, Wegweiser für die Traditionspflege im Heer.7) Zum Begriff des utopischen Zeitalters vgl. Joachim Fest, Der zerstörte Traum, vom Ende des utopischen Zeitalters, Berlin 1991. Ich habe ihm die Begriffe "ideologisch" sowie "pädagogisch- moralisierend" zur Verdeutlichung dieses Zeitabschnitts hinzugefügt, der mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der deutschen Wiedervereinigung zu Ende gegangen ist.
Sarossawa. Auf der Suche nach meinem verlorenen Vater.Von Jürgen von Falkenhayn. A. Berencker Verlag, Melsungen , Kassel 2012, 247 Seiten, Euro 12, 50
Die Rezensionen hat GenMaj a.D. Christian E.O. Millotat verfasst.
Generalmajor a.D. Jürgen von Falkenhayn, Jahrgang 1938, Soldat von 1957 bis 1995 und Mitglied der Clausewitz- Gesellschaft, hat 2012 ein sehr persönliches Buch vorgelegt, das auch fast 70 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg anrührend, aktuell und weiterführend ist. Er stellt in ihm seinen persönlichen, langen Weg zu seinem Vater dar, der 1941 bei Sarossawa in der Ukraine als 43 jähriger Hauptmann der Reserve und Kompaniechef gefallenen war, an den er nur Erinnerungen als kleines Kind behalten hat. Der Autor bettet die Suche nach dem gefallenen Vater nüchtern und unsentimental ein in Schilderungen aus seiner Familie, von Vaterseite seit vielen Generationen Offiziere und Gutsbesitzer in keineswegs glänzenden wirtschaftlichen Verhältnissen, und des Lebenskampfes seiner verwitweten und finanziell verarmten, tapferen Mutter in den Notzeiten nach dem Zweiten Weltkrieg, die ihre Familie zusammenhalten und ernähren musste. Er stellt Fragen nach den Antrieben und dem Charakter seines Vaters, als zwanzigjährigem, mit beiden Eisernen Kreuzen dekoriertem Jägeroffizier am Ende des Ersten Weltkriegs, als Familienvater, der sich erfolgreich in kaufmännischen Berufen eine gesicherte Existenz aufzubauen vermochte, der vor 1939 Wehrübungen ableistete und es zum Hauptmann der Reserve brachte. Trotz ausgezeichneter Beurteilungen diente er nicht im 100.000 Mann Heer der Reichswehr mit seinen 7.000 Offizieren. Die Gründe hierfür sind nicht klar. Wegen fehlender finanzieller Mittel – er hatte mittlerweile drei Kinder – trat der frühere Leutnant nicht in die Wehrmacht mit diesem Dienstgrad ein. Der Autor schildert, dass sein Vater mit dem Herzen aber immer an seinem früheren Beruf als Soldat hing und wie er sich im Polen-, Frankreich- und bis zu seinem frühen Tod im Russlandfeldzug bewährte, als lebenserfahrener Kompaniechef der Infanterie und Führerpersönlichkeit, die durch Können, schonungslosen persönlichen Einsatz und nie rastende Fürsorge seine Untergebenen überzeugte und mitriss. Seine Vorgesetzten schätzten ihn, und er gehörte von den 199. 000 Reserveoffizieren des Heeres zu der Gruppe der etwa 16.000 Offiziere, denen die Eignung zum Bataillonskommandeur zuerkannt wurde und in das etwa 39. 800 starke Berufsoffizierkorps des Heeres hätten übernommen werden konnten.
Als er 1941 wegen seines Alters als Kompaniechef herausgelöst und in die Etappe nach Brüssel versetzt werden sollte, weigerte sich der Vater des Autors. Er wollte als Frontoffizier mit Leib und Seele bei seiner Kompanie bleiben. Das alles belegt der Autor mit Briefen und Aussagen der Verwandten, Vorgesetzten und Untergebenen seines Vaters. Als roter Faden durchzieht das Buch die immer wieder vom Autor während seiner Dienstzeit bei der Bundeswehr und auch heute noch gestellte Frage, wie er das Verhalten seines Vaters als Offizier der Wehrmacht gerecht und zutreffend bewerten könne, die bis zum Ende des immer noch nachwirkenden utopischen, ideologischen und pädagogisch-moralisierenden Zeitalters zunehmend in die Verbrecherecke gedrängt wurden – die Diskussion um die Wehrmachtausstellung belegt dies beklemmend – und zeitweise auch in der Traditionspflege der Bundeswehr der Strafe der altrömischen damnatio memoriae verfielen.
Der Autor stellt die Beantwortung dieser ihn lebenslang umtreibenden Frage in Bezug auf seinen Vater unter die differenzierte Würdigung der Soldaten der Wehrmacht durch Staatspräsident Francois Mitterrand bei der Feier zum fünfzigjährigen Ende des Zweiten Weltkriegs in Berlin. Sie trifft auf seinen Vater, wie er ihn bei seiner Suche erkannt hat, zu. Mitterrand sagte über die Soldaten der Wehrmacht:
„Sie waren tapfer. Sie nahmen den Verlust ihres Lebens hin. Für eine schlechte Sache,
aber diese ihre Heldentat hatte damit nichts zu tun. Sie liebten ihr Vaterland. Das muss
man sich klarmachen. …“
Es vergingen 17 Jahre, bevor in der deutschen Öffentlichkeit wieder ein Politiker über die Soldaten der Wehrmacht so zutreffend urteilte: Bei der Gedenkfeier am Ehrenmal des Deutschen Heeres in Koblenz am 22. November 2012 hat sie Staatsminister a.D. Klaus von Dohnanyi ähnlich differenziert gewürdigt. Es war höchste Zeit für ein solches Wort aus deutschem prominentem Munde.
Durch zahlreiche Abbildungen von Angehörigen seiner Familie, kurzen Beschreibungen ihres Lebens und ihrer Taten, gewinnt das Buch an Anschaulichkeit und Überzeugungskraft. Bei der kurzen Darstellung des Wirkens des preußischen Generals der Infanterie und osmanischen Marschalls Erich von Falkenhayn verzichtet der Autor auf den Hinweis, dass sein Verwandter 1917 nach Übernahme des Kommandos an der Palästinafront die Türken daran gehindert hat, die dortigen jüdischen Siedlungen zu vernichten und ihre Bewohner zu vertreiben, weil sie für Spione der Briten gehalten wurden. Ohne Erich von Falkenhayn gäbe es heute keinen Staat Israel.
Wo Falkenhayns hingestellt wurden, das wird bei der Lektüre dieses Buches eindringlich deutlich, ob als Generalfeldmarschall oder Reserveoffizier, sie haben ihre Pflicht getan, mit Patriotismus, menschlichem Anstand und mit soldatischem Talent. Dabei leitete und charakterisierte sie nicht, wie es einmal Generalfeldmarschall Helmuth Graf von Moltke ausgedrückt hat – der Autor hat dieses Wort seiner Arbeit vorangestellt – der Glanz des Erfolges, sondern Lauterkeit des Strebens und treues Beharren in der Pflicht auch da, wo das Ergebnis kaum in die äußere Erscheinung tritt.
Wie sein Vater war der Autor ein begeisterter Infanterieoffizier. Auch sein Weg zum Dienst als Offizier in dieser Truppengattung erschließt sich in diesem Buch. Wer ihn näher kennt, entdeckt beim Autor viele Charaktereigenschaften und Züge seines Vaters, die in dem Buch belegt werden. Generalmajor a.D. Jürgen von Falkenhayn hat ein anrührendes, weiterführendes und die gerechte Würdigung der Soldaten der Wehrmacht anregendes Buch vorgelegt, dem eine große Leserschaft gewünscht wird.
Es ist zu beziehen über: Jürgen von Falkenhayn, Eichenhof 16, 24784 Westerrönfeld, Tel.: 04331 89777, E- Mail: juergen.von.falkenhayn@t-online.de
Generalfeldmarschall Colmar Freiherr von der Goltz Pascha. Eine Biographie. Von Carl Alexander Krethlow. Ferdinand Schöningh, Paderborn, München, Wien, Zürich 2012, 68 Euro
Die Rezension hat GenMaj a.D. Christian E.O. Millotat verfasst.
Der Autor, Schweizer Milizoberst, Privatdozent im Fach Neueste Geschichte an der Universität Bern und Mitglied der Clausewitz- Gesellschaft , misst und beurteilt das Wirken von Colmar Freiherr von der Goltz, preußischer Generalfeldmarschall und osmanischer Marschall, der von 1843 bis 1916 lebte, an dem heutigen Verständnis vom Einsatz von Streitkräften als äußerstem Mittel der Politik sowie seiner moralischen Dimension.
Wie ein roter Faden durchzieht daher die Biographie die Suche des Autors, wo bei von der Goltz in seiner langen militärischen Laufbahn ab den Leutnantsjahren Verstöße gegen diese heutigen Bewertungsparameter aufgetreten sind. Der Autor unterstellt von der Goltz, ein Kriegshetzer gewesen zu sein, ein gefühlskalter, die Leiden des Krieges ausblendender Karrierist¸ der ab den Achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts für einen Präventivkrieg des Deutschen Reiches die Trommel gerührt habe. Diese Beurteilungsmethode führt dazu, dass vonder Persönlichkeit von der Goltz ein Psychogramm entwickelt wird, das suggeriert, er hätte sich in seinen Lebens- und Dienstjahren nicht wirklich weiter entwickelt.
Dieser Bewertungsansatz mindert ärgerlich den Wert dieser erkenntnisfördernden und für Soldaten von heute, die sich in multinational verflochtenen Einsätzen bewähren müssen, brandaktuellen Biographie. Aktuell geblieben ist, was von der Goltz erlebte als Reorganisator der osmanischen Streitkräfte von 1883 bis 1895, danach zeitweise und 1915 bis 1916 als Berater des türkischen Hauptquartiers und Oberbefehlshaber der 6. Türkischen Armee bis zu seinem Tod durch Flecktyphus am 19. April 1916. Täglich musste er Erfahrungen machen mit dem Kräftegeflecht widerstreitender deutscher, in die Türkei abgeordneter Offiziere, mit osmanischen Würdenträgern und ihren orientalischen Prägungen, mit deutschen militärischen Behörden und deren Bewertungen aus großer geographischer Distanz vom Schreibtisch aus. Die internationale Akteure von heute, Politiker, Diplomaten, Soldaten und andere Organisationen, die multinational verflochtene Krisenreaktionseinsätze planen, führen, nachsteuern und nachbereiten, sind vor ähnliche Herausforderungen gestellt wie von der Goltz in der Türkei und machen ähnlich desillusionierende Erfahrungen.
Überzeugend stellt der Autor die Forderungen von Goltz für eine aufgrund der fortschreitenden Waffentechnik sowie der Erfahrungen der Kriege seiner Zeit nach kriegsnaher Ausbildung heraus. Als Truppenführer hat er diese unerbittlich auch gegen Widerstände praktiziert.
Das Ringen von Goltz auf der strategischen Ebene zum befürchteten zukünftigen Kampf Deutschlands in einem Zweifrontenkrieg unter Abstützung auf moderne Festungen hat der Autor ebenfalls überzeugend herausgearbeitet. Die von Goltz aufgrund seiner Kriegserfahrungen gewonnenen Erkenntnisse vom Charakter eines Volkskrieges in der zweiten Hälfte des Deutsch-Französischen Krieges durch Léon Gambetta und andere französische Politiker, die er in seinem weltweit beachteten Werk „ Das Volk in Waffen“ niedergelegt hat, führten bei ihm zu der Überzeugung, die deutsche Bevölkerung stärker als bisher zur Wehrhaftigkeit erziehen zu müssen. Um dies zu erreichen, gründete er den Jungdeutschlandbund. Der Autor sieht in ihm einen Vorläufer der Hitlerjugend.
Der Autor geißelt Goltz´ Forderungen nach einem Präventivkrieg des Deutschen Reiches. Aber auch Helmuth Graf von Moltke, Alfred Graf von Waldersee und Alfred Graf von Schlieffen haben diesen als Chef des Generalstabes der Armee durchdacht und nie als Option abgelehnt. Krethlow sieht in Goltz´ öffentlichen Aktivitäten für einen Präventivkrieg aber einen gewichtigen Grund, weshalb 1906 Kaiser Wilhelm II. den Generalleutnant Helmuth von Moltke und nicht ihn zum Chef des Generalstabes der Armee und Nachfolger Schlieffens ernannte.
Die Biographie von Carl Alexander Krethlow gehört trotz ihrer Bewertungen von Goltz´ Charakter und Wirken nach dem heutigem Verständnis über die Rolle von Streitkräften in die Hand von Soldaten, Politiker, Diplomaten sowie Akteuren unserer Zeit, die multinationale Krisenreaktionseinsätze planen, leiten und nachbereiten.
1. Heinz Dieter Jopp/Roland Kaestner: Analyse der maritimen Gewalt im Umfeld der Barbaresken-Staaten vom 16. bis zum 19. Jahrhundert – Eine Fallstudie – ; Arbeitspapier Nr.05, IFSH Verbundprojekt Piraterie und maritimer Terrorismus als Herausforderungen für die Seehandelssicherheit: Indikatoren, Perzeptionen und Handlungsoptionen, Hamburg Mai 2011
2. Heinz Dieter Jopp: Sicherheitspolitische und strategische Vorgaben für die Weiterentwicklung der chinesischen Streitkräfte; in: Europäische Sicherheit, 60. Jahrgang, September 2011, S. 80-84
3. Heinz Dieter Jopp/Roland Kaestner: Eine globale Übersichtsanalyse von möglicher politisch oder ökonomisch motivierter maritimer Gewalt in den nächsten 20 Jahren; Arbeitspapier Nr. 15, IFSH Verbundprojekt Piraterie und maritimer Terrorismus als Herausforderungen für die Seehandelssicherheit: Indikatoren, Perzeptionen und Handlungsoptionen, Hamburg März 2012
Carl von Clausewitz: Strategie im 21. Jahrhundert
Strategisches Denken ist aktuell in allen Führungsbereichen weitestgehend verloren gegangen. In Politik, Wirtschaft sowie in den Streitkräften dominiert prioritäres Handeln das langfristig Sinnvolle. Die zögerliche Grundhaltung vieler Entscheidungsträger, parteipolitische Zwänge und langwierige Abstimmungsprozesse zwischen sowie innerhalb der Ministerien minimieren jedes Resultat auf einen kleinsten gemeinsamen Nenner.
Über Clausewitz, der als überragend denkender Stratege weltweit anerkannt ist, sind zahlreiche Werke veröffentlicht worden. Das vorliegende Buch ist das erste, das strategisches Denken und Handeln als Ergebnis vorweist. Es offeriert Methoden, wie Clausewitz sie zum Umgang mit Friktionen in einem komplexen Kriegsgeschehen - unter hohem Risiko - gegen einen ebenbürtigen Gegner entwickelt hat. "Carl von Clausewitz: Strategie im 21. Jahrhundert" zieht Folgerungen für das erfolgreiche Wissen und Können von Führungspersönlichkeiten, die sich mühelos auf politische, wirtschaftliche und alle anderen Bereiche menschlichen Handelns erweitern lassen.
Weitere Informationen stehen hier:
www.amazon.de/Carl-von-Clausewitz-Strategie-Jahrhundert/dp/3813209393
De oorlogen van de jonge Clausewitz. De Franse Revolutionaire Oorlogen en het concept van de absolute oorlog. Nederlandse Defensie Academie, Faculteit Militaire Wetenschappen, Nr. 2011/02. Breda ISBN 978-908-892-04-55.
NATO, new allies and reassurance auf www.cer.org.uk/defence_new/index_defence.html

Jan-Phillipp Weisswange
Handwaffen und Panzerabwehrhandwaffen der Bundeswehr - Geschichte, Taktik, Technik
ISBN 978-3-8132-0932-7; € 24,95
Andreas Broicher
Gerhard von Scharnhorst. Soldat – Reformer – Wegbereiter.
Gebundene Ausgabe (2005); 271 Seiten, Helios Verlag
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Hans-Werner Jarosch
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Gebundene Ausgabe (2005); 320 Seiten, E. S. Mittler & Sohn Verlag
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Dr. Peter Forster
Die verkaufte Wahrheit. Wie uns Medien und Mächtige in die Irre führen.
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Die deutsche Außenpolitik im Kosovo-Konflikt
Aus der Reiehe: Berliner Schriften zur Internationalen Politik
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Militärische Führungsphilosophien und Führungs-
konzeptionen ausgewählter NATO- und WEU-Staaten im
Vergleich
294 Seiten, NOMOS, Juni 2005, broschiert, 54,00 Euro,ISBN 3-8329-1163-4, Wehrdienst und Gesellschaft, Bd. 7
Beatrice Heuser:
Clausewitz lesen!
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Carl von Clausewitz:
Vom Kriege
Kartoniert, 512 Seiten, Insel-Verlag, Frankfurt, 1. Auflage, 23.02.2005,
ISBN 3-456-34787-9, 14,00 Euro
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Vernichtungsgedanke und Koalitionskriegführung.
Das Deutsche Reich und Österreich-Ungarn in der Offensive 1917/1918
Eine Clausewitz-Studie
ca. 446 Seiten, Broschur, ISBN 3-7020-1034-3, Graz 2003, Leopold Stocker Verlag

Zusammengestellt und herausgegeben von
Klaus-Peter Graffius und Horst Hennig
Zwischen Bautzen und Workutta
Totalitäre Gewaltherrschaft und Haftfolgen
ca. 210 Seiten, Broschur, ISBN 3-937209-76-X, 2004, Leipziger Universitätsverlag
Hans-Uwe Ullrich
Konradin von Hohenstaufen
Die Tragödie von Neapel
328 Seiten, Gebunden. ISBN 3-8004-1463-5, März 2004,
Universitats München
Beatrice Heuser
Reading Clausewitz
Pimlico (2. Mai 2002), Taschenbuch / Sprache Englisch
Bundesakademie für Sicherheitspolitik
Sicherheitspolitik in neuen Dimensionen
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ISBN 3-8132-0823-0, Verlag E.S. Mittler & Sohn GmbH, 2004

Weisswange, Jan-Phillipp:
“Der sicherheitspolitische Entwicklungsprozess der Bundesrepublik Deutschland 1990 - 2002. Neue Orienteirung einer euro-atlantischen Sicherheitskultur.
Die Dissertation finden Sie unter folgender Internetadresse: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/1144/
Dieter H. Kollmer:
“Rüstungsgüterbeschaffung in der Aufbauphase der Bundeswehr.”
Der Schützenpanzer HS 30 als Fallbeispiel (1953-1961)
Stuttgart: Franz Steier Verlag, 2002, 306 S. (= Beiträge zur Wirtschafts- und
Sozialgeschichte Band 93), ISBN 3-515-08077-5.

Friedrich Lederer
"Hayashi Shihei: Diskurs über die Wehrhaftigkeit einer Seenation"
IUDICIUM Verlag GmbH, München 2003, 586 S., geb., ISBN 3-89129-686-X
Albert Jeloschek, Friedrich Richter, Ehrenfried Schütte, Johannes Semmler
“Freiwillige vom Kaukasus. Georgier, Armenier, Aserbaidschaner, Tschetschenen u. a. auf deutscher Seite”.
Der “Sonderverband Bergmann” und sein Gründer Theo Oberländer.
Ca. 400 Seiten, Hardcover, Leopold Stocker Verlag, Graz-Stuttgart.
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Zusammengestellt und herausgegeben von Jan Foitzik und Horst Hennig
“Begegnungen in Workuta Erinnerungen, Zeugnisse, Dokumente”
Leipziger Universitätsverlag GmbH, Leipzig 2003, 320 Seiten Broschur, ISBN 3-936522-26-X
Reiner Pommerin
“Mächtesystem und Militärstrategie”
Herausgegeben von Reiner Marcowitz 2003. Etwa 320 Seiten. Gebunden. ISBN 3-412-02603-4.
Markus C. Kerber
“Vor dem Sturm. Anmerkungen zur finanziellen Neuordnung Berlins aus staatsrechtlicher und finanzwirtschaftlicher Sicht”.
Druck- und Verlagsgesellschaft mbH, Berlin, 88 S., broschiert, ISBN 3-92891872-9
Dr. Johannes Gerber
“Betriebslehre für Streitkräfte im Spiegel der Presse”.
Broschüre, hrsg. von Prof. Dr. sc. Oec. Siegfried Schönherr.
Berndt Georg Thamm
“MEHRZWECKWAFFE RAUSCHGIFT. Von Kampfgiften, Verhördrogen und Wahrheitsseren”.
1. Auflage 1994, 496 S., ISBN 3-8011-0279-3
Berndt Georg Thamm
“DRACHEN BEDROHEN DIE WELT. Chenesische Organisierte Kriminalität - Triaden”.
1. Auflage 1996, 256 S., DIN A 5, ISBN 3-8011-0323-4
Berndt Georg Thamm und Konrad Freiberg
“MAFIA GLOBAL. Organisiertes Verbrechen auf dem Sprung in das 21. Jahrhundert”.
1. Auflage 1998, 384 S., DIN A 5, ISBN 3-8011-0354-4
Berndt Georg Thamm
“Terrorismus. Ein Handbuch über Täter und Opfer”.
Unter Mitarbeit von Thomas Gandow, Dr. Rainer Glagow, Dr. Jutta Helmerichs, und Klaus Neidhardt. 1. Auflage 2002, 528 S., DIN A 5, Hardcover, Verlag Deutsche Polizeiliteratur GmbH Buchvertrieb, Hilden
Gerd-Helmut Komossa
“Von Masuren an den Rhein. Heimkehr in die Fremde”.
Ca. 230 S., Hardcover, Leopold Stocker Verlag, Graz-Stuttgart
Bernhard Chiari
“Die polnische Heimatarmee.
Geschichte und Mythis der Armia Krajowa seit dem Zweiten Weltkrieg”.
Im Auftrag des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes (MGFA) hrsg. von Bernhard Chiari unter Mitarbeit von Jerzy Kochanowski. München: Oldenbourg
2003, XIV, 948 S.
Hans-Ulrich Seidt
“Berlin-Kabul-Moskau: Oskar Ritter von Niedermeyer und Deutschlands Geopolitik”.
München 2002, Universitat Verlag, 510 Seiten, 36 Fotos, ISBN 3-8004-1438-4
Ulrike Kleemeier
“Grundfragen einer Philosophischen Theorie des Krieges”
Platon - Hobbes - Clausewitz
Berlin 2002. Akademie Verlag. 339 S., ISBN: 3-05-003730-X
Herfried Münkler
“Über den Krieg”.
Stationen der Kriegsgeschichte im Spiegel ihrer theoretischen Reflexion
Weilerswist 2002.
Herfried Münkler
“Die neuen Kriege”
Rowohlt, Reinbek 2002.
Klaus Naumann
“Frieden - der noch nicht erfüllte Auftrag”.
Verlag Koehler/Mittler 2002.
Uwe Hartmann
“Carl von Clausewitz and the Making of Modern Strategy”.
MILES-Verlag Potsdam 2002.
Helmut R. Hammerich
“Reichs-General-Feldmarschall Prinz Friedrich Josias von Sachsen-Coburg-Sallfeld”.
MILES-Verlag Potsdam 2002.
Jürgen Schreiber
“Vom Jungvolkpimpf zum Brigadegeneral - Sieben Jahrzehnte erlebte Zeitgeschichte”.
Mit einem Vorwort von General a.D. Heinz Trettner.
Vorwinckel Verlag, Stegen/Ammersee 2001.
Hasso Freiherr von Puttkammer:
“Erinnerungen aus dem Krieg 1939 - 1945.
10 1/2 Jahren Kriegsgefangenschaft in Russland 1945 - 1955 und Bundeswehr 1956 - 1968.
Eigenverlag Tutzung 2001.
Friedmar Teßmer
“Diese Richtung wie ich zeige”
Eigenverlag, Osterholz-Scharmbeck 2002
Bundesakademie für Sicherheitspolitik
“Sicherheitspolitik in neuen Dimensionen - Kompendium zum erweiterten Sicherheitsbegriff”
Verlag Mittler & Koehler, Hamburg 2001
Holger H. Mey
“Deutsche Sicherheitspolitik 2030”
Report Verlag Bonn 2001
Marcel Stein
“Generalfeldmarschall Walter Model - Legende und Wirklichkeit”
Biblio Verlag, Bissendorf 2001
Klaus Reinhardt
“KFOR - Streitkräfte für den Frieden, Tagebuchaufzeichnungen als deutscher Kommandeur im Kosovo”
Frankfurt a.M., 2001
Manfred Eisele
“Die Vereinten Nationen und das internationale Krisenmanagement. Ein Insider-Bericht”
Verlag J. Knecht, Frankfurt a.M., 2000
Otto J. Seiler
“Wm. Miller´s Nachfolger - 200 Jahre hamburgische Seeschiffahrt”
Verlag E. S. Mittler & Sohn, Hamburg 2001
Othmar Hackl
“Die Generalstabsausbildung des Heeres im Sommer 1944 und Frühjahr 1945”
Biblio Verlag, Bissendorf, 2001
Georg Meyer
“Adolf Heusinger. Dienst eines deutschen Soldaten 1915 bis 1964”
Verlag E. S. Mittler / Koehler, Hamburg, 2001
Ernst F. König, Dietmar Schössler, Albert A. Stahel (Hrsg.)
Christian E.O. Millotat
“Das preußisch-deutsche Generalstabssystem”
Wurzeln - Entwicklung - Fortwirken
vdf Hochschulverlag AG an der ETH Zürich, 2000
Ortwin Buchbender (Hrsg.)
“Günter Kießling - Staatsbürger und General”
Verlag der Universitätsbuchhandlung Blazek und Bergmann seit 1891 GmbH, Frankfurt am Main, 2000
Joachim Tzschaschel (Hrsg.)
“Zeitzeuge in Bagdad, Algier, Saigon. Erinnerungen eines deutschen Militärattachés.”
Haag + Herchen Verlag, Frankfurt a.M. 2000
Gerd Stehle (Hrsg.):
“Fliegen - nichts als Fliegen. Pilot in Krieg und Frieden.”
Vowinckel Verlag, Berg 2000
Ferenc Majoros:
“Karl V. - Harbsburg als Weltmacht”
Styria Verlag Graz, Wien, Köln 2000
Gerd-Helmut Komossa (Hrsg.)
“Deutschland heute - Eine kritische Bilanz”
Gedanken eines Soldaten.
Bernhard & Graefe Verlag * Bonn 2000
Dr. Hermann Hagena, Hartwig Hagena, Niklas von Witzendorf:
“Eine Raketenabwehr für Europa? - Probleme und Erfahrungen mit den Systemen MEADS und PAC-3”
Hrsg. von Stiftung Wissenschaft und Politik, SWP-Arbeitspapier 3122. Ebenhausen März 2000
Jochen Löser
“Soldaten * Gehorsam und Gewissen im Spannungsfeld der Politik”
Familienchronik
Biblio Verlag, Osnabrück 1999
Ferenc Majoros / Bernd Rill
“Das Osmanische Reich 1300 - 1922”
Die Geschichte einer Großmacht
Bechtermünz Verlag, 1999
Prof. Dr. Rainer Mennel (Hrsg.)
“Der Balkan - Einfluss und Interessensphären”
Biblio Verlag, Osnabrück 1999
Hans Poeppel, W.-K. Prinz von Preußen, K-G. v. Hase (Hrsg.)
“Die Soldaten der Wehrmacht”
Mit einem Geleitwort von Bundesminister a.D. Gerhard Stoltenberg
Herbig Verlagsbuchhandlung GmbH, München 1998
Dermot Bradley (Hrsg.), Deutschlands Generale und Admirale
“Die Generale und Admirale der Bundeswehr seit 1955”
Biblio Verlag, Osnabrück 1998
Uwe Hartmann (Hrsg)
“Carl von Clausewitz”
Erkenntnis * Bildung * Generalstabsausbildung
Mit einem Vorwort des Präsidenten der Clausewitz-Gesellschaft e.V.
OLZOG Verlag, München 1998
Heinz Karst
“Die Bundeswehr in der Krise”
Führungsstrukturen im Wechsel * Wandel der Aufgaben * Veraltete Technik * Demotivation der Freiwilligen * Umstrittene Wehrpflicht * Öffentliche Diskreditierung
Universitas Verlag in F.A.Herbig Verlagsbuchhandlung GmbH, München 1997
Gerhard Brugmann (Hrsg)
Die Reservisten der Bundeswehr
Ihre Geschichte bis 1990
Verlag E.S. Mittler &Sohn GmbH, Hamburg, Berlin Bonn, 1998
Erich Vad (Hrsg.)
Strategie und Sicherheitspolitik - Perspektiven im Werk von Carl Schmitt
Westdeutscher Verlag, Opladen 1996
Lennart Souchon (Hrsg.)
Die Renaissance Europas - Europäische Sicherheitspolitik
Ein internationales Modell
Verlag E.S. Mittler & Sohn GmbH Berlin, Bonn, Herford 1994. 2.überarbeitete Auflage
Peter Paret (Hrsg), Ehrenmitglied der Clausewitz-Gesellschaft
Clausewitz und der Staat
Der Mensch, seine Theorien und seine Zeit
Ferd. Dümmlers Verlag, Bonn 1993
Ulrich de Maiziére (Hrsg.), Ehrenpräsident der Clausewitz-Gesellschaft e.V.
In der Pflicht - Lebensbericht eines deutschen Soldaten im 20. Jahrhundert
Verlag E.S. Mittler & Sohn GmbH, Herford, Bonn, 1989